Mittwoch, 19. April 2023

Sternlesung zum Welttag des Buches


Der Welttag des Buches fällt auf einen Sonntag. Aber vorgelesen darf natürlich immer werden.
Ich mache das am Freitag, den 21. April im BORG in Güssing und am Samstag, den 22. April am Rathausplatz in St. Pölten und zwar im Rahmen des Projekts Sternlesung initiiert von Marlen Schachinger:
#sternlesen 

#institutfuernarrativekunst

Der Presse gefällt das: https://www.noen.at/st-poelten/welttag-des-buches-abschluss-von-sternlesen-in-st-poelten-mit-lese-flashmob-und-mehr-st-poelten-363084091 

Ich werde mich schon morgen in Güssing einquartieren, um ein bisschen den Spirit vor Ort aufzunehmen.
Gebloggt wird hier dann auch.

Donnerstag, 16. März 2023

Kurzzeitausstieg im Stundentakt

 

4:30 Uhr: Das Klimaticket gilt schon mal nicht. Das ist zwar ein Postbus aber eine Ausnahme. VAL: Vienna Airport Service. Egal. Zahle gerne 9 € statt 40 fürs Taxi und rollkoffere zum Munterwerden zum Westbahnhof. Die Berufsmunteren sind klar von den Urlaubsmüden zu unterscheiden. Mögen die Müden erholt wieder zurückkomen. Ich bin einer der Müden. Ich fahre auf Urlaub. Spontan. Mit Robert. Jausensackerlgeraschel, verkabelt Kommunizierende, Schlafende, Vor-sich-hin-Starrende, Tablettiger, Kopfhörerabgekapselte und ein Notizbuchschreiber. Mach mich wach durch Rundumschau. Barcelona ich komme!

5:30 Uhr: Gepäck losgeworden, ohne Pieps durch den Körperscan, gönn mir Frühstückespresso und Banane from home. Glückt mir jetzt noch eine kompakte Stoffewechselproduktverabschiedung auf heimischem Boden, bin ich bereit für Barcelona.

6:30 Uhr: Kompaktes Glück war nicht – explosives sehr wohl. Die Allerglücklichsten aber scheinen grad Rauchende zu sein. Denn in den Rauchzellen – den Fumarien – herrscht ausgelassene Stimmung. Rauchen ist verbindender als Gassigehen. Gemeinsames Abaschen hat was Existenzialisitisches. Feuergeben ist die selbstverständlichste, alle Sprachbarrieren, sozialen Schichten und sonstige Differenzen überwindende Geste, die einfacher Solidaritätsakt bleiben oder gleich zu einem Gespräch führen kann. Schon allein deshalb kann sich rauchen lohnen. Sprich am Flughafen zu dieser Zeit sonst mal einfach so wen an – kommt akward bis creepy. Im Fumarium ist alles Schall und Rauch. Ein paar Züge lang ist alles leicht, sind alle gleich. Sucht verbindet. Am Wiener Flughafen sind die Glasboxen fröhlich bunt verpixelt, gewähren Einblick, bieten aber auch Sichtschutz. Der nichtrauchende Notierende staunt über die Frequenz und beneidet die Schicksalsgemeinschaft, die sich international mit Rauchzeichen verständigt. Es sind sehr erwachsene, erfahrene Rauchende. Alle verlassen ihren Versammlungsort mit einem Lächeln auf den Lippen, die wohl auch noch sanft brennen. Ein loderndes Lächeln nach einer kurzen Auszeit unter Gleichgesinnten. Schön eigentlich. Saufen ist aufwendiger. Die Effizienz von Zigaretten als gesellschaftliches Bindeglied gehört wieder mehr thematisiert. Das aber können nur Nichtrauchende machen, die Nutznieser*innen dieser letzten Bastion des beglückenden Kurzzeitausstiegs sind wohl nicht daran interessiert, Trittbrettrauchende anzulocken. Apropos beglückender Kurzzeitausstieg: Barcelona, ich boarde!

7:30 Uhr: Fenster platz. Unter mir werden die Gepäckstücke ins Flugzeug befördert. Es rumpelt im Flugzeugbauch. Muss an Grönemeyer denken. Hinter mir hat ein Stinker Platz genommen. Noch riecht man das. Bald wird das Klima ein alles Überdeckendes und Verzeihendes sein. Furzen im Flieger war noch nie ein Problem. Der Schweißmann hinter mir setzt sich aktuell aber noch ganz schön durch. Die Koffer und Kinderwägen sind verstaut. Das Förderband-Fahrzeug schleicht sich ebenso wie der Gepäckstücktransporter, der einer Mini-Rangierlok gleicht und am Rollfeld von dannen gleitet. Die Reihen sind voll besetzt. Die Zustiegsschlange zeiht sich zurück. Es ist keine Röhre, es ist ein Kanal, ein Schacht, der sich zurückschachtelt, abdockt und nunmehr mit dem Andockelement in der Luft hängt. Die AUA-Strauß-Klänge sind vom Klimaanlagengesurre unterlegt – Symphonieorchester mit Stausaugergebläse. Hinter dem dem benachbartem Flieger flirrt die Luft bereits. Die Turbinen sorgen für Wirbel. Habe Blick auf die Flügel und schon parkt ein ankommendes Flugzeug. Die Räder werden ganz old school mit gelben Pflöcken verkeilt. Die Schlange kommt wieder aus ihrem Nest und schmatzt sich um den Ausstieg. Das Gepäcksförderbandfahrzeug ist auch wieder zu Stelle. Der Tankwagen ebenso. Unter dem Hinterausgang wird angezapft. Wir verrollen uns rückwärts. Der Schwitzer ist immer noch zu riechen. Jetzt schnarcht er auch noch. Es folgen die Sicherheitsanweisungs-Demonstrationen der Flugbegleiter*innen. Es war echt mal, cool Schwimmwesten aus Fliegern mitgehen zu lassen. In unserem WG-Klog hing eine. Ready for take off! Barcelona, ich fliege!

8:30 Uhr: Die Schweiz von oben ist ein Juwelierladen voller edel weiß gekörnten Bergketten. Da und dort hingeworfene Häuserhäufchen. 

9:30 Uhr: Die Schneespitzen werden weniger, die Besiedlung dichter. Plötzlich ein Becken. Der Flieger wird ganz schön gebeutelt: unruhige Luft und kein Frühstück, nur Wasser und ein AUA-Schokoladentaler. Wo sind wir? Ist das schon Frankreich? Leider keinerlei Informationen vom Chefpiloten und auch keine Monitoren. Schade. Sehe so viel und kann es nicht benennen. Die Landschaft wird immer weicher, die schneebedeckten Berge rücken immer mehr in die Ferne. Unter mir jetzt auch schon Küstenstädte. Landeanflugslautstärke. Wir kreisen über dem Meer, fahren das ganze Rollfeld ab: Straußgedudel am Asphaltparkett. AUA-Flieger auf Parkplatzsuche. Barcelona, willst du mich nicht?

10:30 Uhr: Sitze im Zug, stehe in der Pampa. Aber Barcelona in Sicht!

11:30 Uhr: Sitze mit Espresso in der Sonne. Rund um das Hotel sitzen lauter Jugendliche am Boden. Das ist hier nicht automatisch eine Protestaktion. Es ist warm genug, am Boden zu sitzen. Alle tragen Sonnenbrillen. Ich auch. Alle schauen auf ihre Smartphones. Ich abwechselnd in dem Baedeker und den Marco-Polo-Reiseführer. Die große Faltkarte habe ich noch nicht ausgepackt. Trau mich nicht. Ich find mich auch so in dir zu recht: BARCELONA.


 

Freitag, 17. Februar 2023

Wanna see? Wannsee

Besuche Doris im LCB am Wannsee und das ist direkt an diesem. Mit Blick auf den See, wenn es der Nebel zulässt. Aber ich bin natürlich ein reisender Engel und bringe Sonnenschein mit und daher auch diese Fotos! Spazieren den See in beide Richtungen entlang, bis wir nicht mehr können. Erreichen einerseits das Wannsseekonferenzhaus und andererseits nicht das Strandbad. Der See ist riesig und irgendwo, so weit sind wir nicht vorgedrungen, auch die Pfaueninsel. Die schauen wir uns das nächste Mal an.
Abends liest Christoph Ransmayer und wir sitzen im Zug, also in der Zugluft, die uns, in Kombination mit der Matratze, eine Ganzkörperverspannung am nächsten Tag beschert. Wir gehen mit einer forcierten Bewegungsoffensive dagegen an und gehen sogar bei Tageslicht am Berghain vorbei, dass das nicht ganz zentral ist, liegt auf der Hand. Wir shoppen aber auch ganz gut. Ich finde Hemden, die für Aufsehen sorgen werden. Ich finde Shirts, die ich bei Auftritten tragen werden. Ich finde ganz besonders toll, das mir eines davon nicht mal berechnet wird. Vielen Dank Berlin!

Wir trinken erstaunlich viel guten Kaffee und gleich schon mal am ersten Abend Bier. Fürs Essen bleibt da nicht ausreichend Zeit. Aber einmal so richtig gut vietnamesisch irgendwo in der Prenzlauer-Berg-Gegend war schon dabei - sehr, sehr gut. Ansonsten die fadeste Currywurst in einer an sich gemütlich ausschauenden Kneipe und den lebensrettendsten Döner gegen Mitternacht beim Hackeschen Markt nach dem Biertrinken. Die S7 kommt verlässlich immer, ohne groß warten zu müssen. LOB.
Die Deutsche Bahn muss eher nicht gelobt werden, aber die S-Bahn - TOP. 


 

Montag, 2. Januar 2023

Neues Jahr - neues Buch

Seit heute ist es im Handel - mein neues Buch. Es ist ein Roman und heißt: "Das Dorf ist wie das Internet, es vergisst nichts". Das wunderschöne Cover stammt von Matthias Schmidt, der auch für das Lektorat verantwortlich zeichnet. Es geht um Österreich, es geht um Herkunft, es geht um alles. 

Die Buchpräsentation findet am Dienstag, den 10. Jänner 2023 in der Alten Schmiede statt.
Es beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, Johannes Tröndle moderiert und ich habe die Freude, mitteilen zu können, dass ich den Abend gemeinsam mit Anais Meier bestreiten darf.
Ihren Roman habe ich für DUM besprochen. Bitte gerne hier nachlesen.

Am Foto halte ich den Roman in die Landschaft von Goldegg und ich finde, er macht sich gut mit diesem Hintergrund.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

DUM ist 30


Wir sind DUM und wir sind viele und wir sind 30 und wir haben das gefeiert. Und wie.
Also ob wir nie was anderes gemacht hätten als feiern. Und lesen. Denn es haben schon auch 14 Autor*innen gelesen und die drei Stamm-DUMis auch noch 10 weitere vorgestellt und Anna-Lena hat gespokenwordet, dass es uns alle ganz angenehm umgeblasen hat.
Ja, das war ein Marathonfest am Sonntag, den 23. Oktober 2022 im Beats & Beans im 15. Danke an alle!

Montag, 26. September 2022

DUM wird 30 - Jubel!


Es sind keine vier Wochen mehr, dann ist DUM 30 Jahre und das wird natürlich ordentlich gefeiert. Am Sonntag, den 23. Oktober 2022 werden wir ab 13 Uhr (Ende unbestimmt) ein Lesefest bestreiten und zwar im Beats & Beans in der Würffelgasse 4 im 1150 Wien.
Es wird stündlich 25minütige Leseblocks geben, dazwischen darf vernetzt, geplaudert, gegessen und getrunken werden. Die vollständige Liste der Lesenden werde ich demnächst posten. Einstweilen mal Vorfreude und den Termin bitte alle vormerken.
Das DUM-Team freut sich auf euch - Juhui - 30!

Was das Foto damit zu tun hat? Lasst euch was einfallen. Ich sag nur. Das Thema des aktuellen DUMs (#103) ist ABSTRAKT.

Samstag, 7. Mai 2022

Dichten im Park

Der Europa-Tag naht und was machen wir? Wir gehen raus, gehen in die Bezirke, in Parks und machen Werbung für Europa. Wir machen das mit Texten und mit schön laminierten Tafeln mit Sprüchen und Fragen in vielen Sprachen. Wir ernten bewegende Gespräche, Applaus und sogar eine Jause mit Kaffee und Polsterzipfeln. 

Wir wissen nun, wann am meisten Hundebesitzer*innen unterwegs sind, was am meisten Aufsehen erregt (Die Europafahne in Regenbogenfarben, die wird uns in Simmering sogar von einer Jugendgang gemopst und die Rückgabe gestaltete sich nicht ganz einfach.) Aber Simmering war die U3-Reise jedenfalls wert, das Café Zipp ist ein Geheimtipp für alle Tschocherl-Fans mit Faible für Wiener Originale. Geregnet hat es nur als wir vor dem Pfarrsaal am Sankt Elisabeth Platz standen, dafür waren dort aber die Volksschulkinder herzerwärmend und das Mittags-Cordon im Goldegg ausgezeichnet. Am Johann-Nepomuk-Berger-Platz hat es natürlich nach Ottakringer gerochen und wir haben uns von den Sonnenstrahlen eine rote Nase geholt. 


Wettertechnisch war also alles dabei in dieser euoify-Aktionswoche. Bruder Bernhard sei an dieser Stelle für sein Engagment gedankt und wir werden ihn auch in Zukunft in die Welt tragen, den europäischen Gedanken.

Samstag, 4. Dezember 2021

Größte Lesung ever


Am 2. Dezember 2021 saß ich, wie vermutlich viele andere auch, zu Hause und schaute in den Bildschirm. Aber es war Arbeit. Es war Interview und Lesung. Es war die Lesung mit den meisten Zuseher*innen, die ich jemals hatte und wohl gehabt haben werde.

Ich las für die Schüler*innen-Zeitschrift LUX (für die ich seit fünf Jahren monatlich eine Geschichte schreibe) vier meiner aktuellen Lesemäuse-Geschichten, im November LUX wurde dafür geworben, Schulen konnten sich anmelden und es meldeten sich 316 Klassen (!) an, im Chat waren dann 241 aktiv. Hochgerechnet ergibt das ein ganzes Fußballstadion voller Zuseher*innen und Zuhörer*innen. Das ist absoluter und wohl kaum zu brechender Rekord. Volksschulklassen von Südtirol bis zum Neusiedlersee waren mit dabei und um 9Uhr30 war dann auch alles schon wieder vorbei. 


Lara Waldhof
hat mich interviewt. Schon vorab wurden unzählige Fragen geschickt, im Chat ratterten dann die Fragen auch unüberschau- und unbeantwortbar dahin. Ein eindrückliches Erlebnis. Tausende Kinder beglückt und keines davon gesehen. Auch ein stranges Erlebnis. Bleibt zu hoffen, dass die eine oder andere Schule mich - wenn es dann wieder möglich ist - in echt einlädt. Gerne möchte ich mein Klimaticket ordentlich ausnützen und in alle Ecken des Landes fahren, um Kinder auch face to face mit Geschichten und Gedichten glücklich zu machen. Natürlich kann man diese meine Sternstunde auch nachschauen. Hier geht's zur Lesemäuse-Live-Lesung.

Dienstag, 23. November 2021

Letzte Ausfahrt


Ja, ich nütze das Klimaticket. Ja, ich nütze die Reisefreiheiten. Ja, ich war noch einmal unterwegs, bin aber jetzt auch brav daheim im fröhlichen Downgelocke. Gebe mich wöchentlich wieder den Bestandsaufnahmen Status Quovid-19 hin und die neueste Botschaft ist die Nummer 53, der Beginn der vierten Staffel und trägt den Titel "Wurststrecke".

Es geht um schöne Wörter mit Doppel-pf. Ja, Impfpflicht ist eines davon, Rumpfpfizer ein anderes. Pflumpfpfrollen ist sogar ein Dreifach-pf-Wort. Das hat aber alles nichts mit diesem Prachtspiegellöwen zu tun. Der ist mir im Innsbrucker Hofgarten begegnet. Da standen auch Einhörner, Steinböcke und waren Eichhörnchen auf Bäume geschnallt. Alles aus Lichterketten. Aber ich sag immer: Sonnenlicht so lange es noch geht! Vor allem, wenn der Herbst derartige Stücke spielt wie momentan.

Ob ich Innsbruck dieses Jahr nochmal sehen werden darf? Klar, wenn ich Skifahren will, darf ich kommen. Wenn ich Auftreten will muss ich mich noch gedulden. Vielleicht ja doch schon Mitte Dezember wieder. Ich bin guter Dinge und derweil einfach mal daheim.

Mittwoch, 17. November 2021

Prälockdown Lockerungsübungen

Habe gerade das Mittagsjournal ausgeschaltet. Werde heute auf jeden Fall eine Kulturveranstaltung besuchen und danach oder auch schon gleichzeitig Bier trinken. Bin der Ansicht, dass sich die Ereignisse in den nächsten Tagen überschlagen und sich unsere Befugnisse wieder einschränken werden. Die Wintersaison, das Weihnachtsgeschäft, die deutsche Reisewarnung - das scheinen die Argumente zu sein, die ziehen. Die Intensivbettenlage, die Überbelastung des Pflegepersonals und generelle medinzinische Überlegungen scheren nur die Wenigsten. Muss mir also jetzt schon überlegen, ob ich wieder jeden Montag ran muss, um Montagsdepeschen zu verfassen. Ja, werde das wohl machen, sofern ich auch wieder am Auftreten gehindert werden sollte. Mal sehen, was noch wie lange geht. Einstweilen ein Ratschlag (angelehnt an einen alten Geier Sturzflug Hit): Besuchen Sie Veranstaltungen, so lange es noch geht.