Freitag, 10. Juli 2026

Unterfalkenretzbachstein liest uns weiter

Wir machen eine Mini-Tour durchs Weinviertel. Wir machen mit "Lies uns weiter" quasi Weinviertel-Stationenlesetheater. Wir sind Mieze Medusa, Wolfgang Kühn und ich. Wir haben Texte von Ilse Tielsch, Norbert Silberbauer und Gerhard Jaschke im Gepäck. Alle haben was mit der Region zu tun. Wir wollen das in Erinnerung rufen und haben das bereits in Unterretzbach und Falkenstein höchst erfolgreich gemacht. Pillersdorf wird die letzte Station sein. Wir freuen uns.

In Unterretzbach enterten wie die Open-Air-Bühne nach einer Big-Band, die Jazz-Standards ebenso spielte, wie vertraute Melodien aus Funk- und Fernsehen. Wie lange habe ich die Autofahrer-unterwegs Kennmelodie nicht mehr gehört... aber sofort erkannt. Die Bühne ist groß, das Publikum weit weg, aber zahlreich vorhanden. Das Wetter ist sommerlich, die Stimmung freundlich, die Aufmerksamkeit voll gegeben. Der ausrichtende Kulturverein hat da ein tolles Festival auf die Beine gestellt. Am Vorabend spielten u. a. Attwenger, nach uns - dann im Vereinslokal REKURA (Retzer Kulturraum) - gibt es noch Trixi Neundlinger zu erleben. Grund genug, ein REKURA-Akrostichon zu verfassen. Es war Teil des Jaschke-Programms und soll hier nachgelesen werden können.

REKURA 
Retzer*innen erleben Kunst und richtige Autor*innen 
Recht eindrücklich komponierte Ur-Sonate rettet Auftakt
Redselige Einheimische kuratieren Umtrunk reichlich ausgewogen 
Roter Essig kann unglaublich resch abgehen 
Rentner*innen erobern Küche und ramponieren alles
Redlicher Erfolg kürt ungewöhnlich radikalen Auftritt 
Rührend, expressiv, kühn und regelrecht ausgelassen 
Richtungsweisende Eindrücke komprimiert und recht aufrichtig 
Reinigend, erfrischend, konzeptionell umfänglich, rechtfertigt Applaus

Der Applaus folgte, der Bücherverkauf florierte und wir kamen problemlos noch nach Wien zurück. Wir werden Unterretzbach - auch aufgrund der legendären Freibord-Sommerfeste - immer in guter Erinnerung behalten.  

Um nach Falkenstein zu kommen, mussten wir bis Staatz mit dem Zug fahren und dann von Fritz abgeholt werden. Weil Staatz quasi an der Staatsgrenze und Tschechien ganz nah liegt. Auf der Staatzer Kalksteinklippe steht ebenso wie in Falkenstein und in Mikulov eine Burgruine. Die sind ganz hübsch anzuschauen und leicht zu erklimmen, also die Hügel, nicht die Burgzinnen. Wir wandern also vor dem Auftritt durchs Gebüsch Richtung Burg und bereuen es nicht. Tolle Aussicht, tolle Bäume, voll das Abenteuerfeeling. Das Wetter spielt auch mit. Erst sonnig, dann ein Regenguss zur Abkühlung und kurz vor Auftrittsbeginn dann wieder heiter. Das lässt das Publikum zu Kunst im Stadel strömen. "Kunst im Stadel" wird von Gabriela Waberer und Fritz Herzog betrieben und hat sich als perfekte Location erwiesen. Wir danken euch dafür!