Dienstag, 5. Dezember 2023

Rumigeln oder Krampusauflauf?

Jetzt ist der erste Schreibsaft erst mal raus und abgepresst. Jetzt freu ich mich wieder auf Heimkommen und Freund*innen treffen. Jetzt habe ich die ersten 10 Stadtschreibertage eh optimal genützt. Jetzt kann ich wieder runter kommen und mich auf die zweite Stadtschreiberphase im Feber vorfreuen. Der Igel ist Waldtier des Jahres 2024. Nicht dass ich jetzt Lust hätte, mich einzuigeln. Aber auf ein wirklich warmes Heim freu ich mich jetzt schon sehr. 

 Wildromantisch gibt sich Hausach eh. Der Schnee allerdings wurde gestern schon wieder zerregnet. Was jedoch nicht heißt, dass meine Rückfahrt morgen garantiert ist. München ist noch immer außer Betrieb. Ich hoffe, morgen irgendwie nach Wien zu kommen und bin einstweilen bester Dinge. Ob mir hier heute Krampusse über den Weg laufen? Ich weiß es nicht.


Sonntag, 3. Dezember 2023

Schnapslappen und Fettpanzer

WC-Wegweiser, die sich winden!
Normalerweise rüstet man sich ja mit sogenanntem Winterspeck gegen all die Viren und Unwirtlichkeiten, die so ein Wintereinbruch mit im Gepäck hat. Bin ich allein, ess ich aber nicht so gern. Koch nicht so gern, geh nicht so gern essen. Tee ist mir Speck, ich zieh mir also einen Teemantel über, eine isolierende Teeschicht, die mich wohlig warm hält und den Winterspaziergang genießen lässt. 

Denn heute, war es wirklich ein prächtiger Sonnen-Sonntag. Da musste man raus und ich habe es diesmal sowohl auf die Burg Husen als auch bis zur Frohnau-Brücke geschafft. 

Die Namen hier sind ja schon die reinste Freude: Frohnau - Froh now! Das klingt wie ein Befehl zum Frohsein, ein Befehl, den ich gerne annehme. 


Ein Ratschlag, den ich auch gerne aufnehme und hier festhalte, kam mir im Marktcafé zu Ohren: Er solle Brusttee trinken und einen Schnapslappen auflegen, das würde helfen gegen Husten, Grippe, alles. Bin bisher von allem verschont geblieben. Tee sei Dank!

Samstag, 2. Dezember 2023

Warmwalzwerk

Ein Frühchen!
Hab gestern die zweite Raucherkneipe ausgecheckt. Bin auch kurz in den Adventswald, mir war aber nicht nach Bratwurst und Pfarrerlesung, mir war mehr nach Bar und Bier. Dass es kein Mittelding zwischen Bäckerei und Raucherkneipe gibt, finde ich bedauerlich. Da sind so die zwei Extreme: da permanent Putzlicht und man als Gast quasi in der Auslage, für alle Vorbeifahrenden sehbar, dort schummriges Licht, Rauchschwaden und Musik, die es zu ertragen gilt. 

Da kommt also der Österreicher und vermisst gleich mal die Mittags-Menü-Kultur und das klassische Kaffeehaus. Tja, is so. Ich sitze gerne am Vormittag brav zu Hause und arbeite. Aber irgendwann muss ich dann raus und möchte irgendwo anders rein. Die Minigolfplatzhütte hat eh auch auf, aber einladend kuschelig ist die auch nicht. 

Dann halt durch die Nebelwand und in Vollkontakt mit der lokalen Bevölkerung. Mir wird mitgeteilt, dass ich der erste Stadtschreiber wäre, den sie kennenlernten. Echt, jetzt? 

Ich bin die Nummer 39 und früher waren sie drei Monate hier. Ich schnappe Sätze auf und füge welche hinzu: Der Schwiegervater war Betriebsbohrer. / 43 Jahre war ich in der Warmpresse. / Ist nicht besser, was ich mach. Ist nur, was ich mach. / Rockradios sind ein frauenfreier Raum. / Ich bin glücklich darüber, was ich alles nicht brauche. 

Ja, ich kann gut schreiben hier. Also nicht konkret in der Kneipe, aber hier inmitten von Leuten, die nichts mit dem, was mir wichtig ist, anfangen können. Ich genieße den Freiraum. Der Tag wird automatisch viel länger, wenn man fern von zu Hause ist. Obwohl die Tage grad so kurz sind.