Bestandsaufnahme Status Quovid 19 Nummer 2, am 23. März 2020
Gassi gegangen werden from Markus Köhle on Vimeo.
Montag, 23. März 2020
Sonntag, 22. März 2020
Fastenzeit by Accident
Zweiter Sonntag mit Ausgangsbeschränkung. Spielplätze und öffentliche Sportgeräte sind gesperrt. Absperrbänder sind per se etwas Besonderes. Sie haben die Kraft, Dinge im Nu zu verwandeln. Hat Christo je was mit diesen rot-weißen-Absperrbändern gemacht? Ich nehme an, ja. Öffentliche Sportgeräte sind ja auch etwas Besonderes und zusammengeschnürt haben die dann schon etwas von einer Skulptur im öffentlichen Raum. Wüsste man es nicht. Es könnte auch ein "No Sports" Statement sein. Spazierengehen dürfen wir in Wien ja noch. Auch Joggen ist noch erlaubt. In Tirol ist die Lage da schon weit dramatischer. Das will ich mir nicht vorstellen. Wir haben keinen Balkon, keinen Garten, keine große Wohnung. Die strikte Quarantäne träfe uns schon sehr hart. Diese Woche war ich ja dreimal Laufen, das hab ich schon ewig nicht mehr geschafft, ist also ein positiver Effekt der Corona-Krise. Außerdem essen wir gesund, weil wir nur selber kochen und gute Zutaten einkaufen und saufen, ist grad auch kein Thema, denn wir trinken nur auswärts, haben kein Bier im Kühlschrank. Dass ich mich auf ein frisch Gezapftes irgendwann dann sehr freue, ist unbestritten. Das soll dann aber in einer Kneipe sein.
So beschert und die Corona-Krise eine ganz besondere Fastenzeit. Meine Hosen sitzen jetzt schon locker. Es ist also nicht alles schlecht, was gerade so zu tun ist. Einiges ist in die Zeit danach mitzunehmen. Noch kann von der Zeit danach allerdings nicht einmal spekuliert werden. Noch ist noch lange Notbetrieb.
So beschert und die Corona-Krise eine ganz besondere Fastenzeit. Meine Hosen sitzen jetzt schon locker. Es ist also nicht alles schlecht, was gerade so zu tun ist. Einiges ist in die Zeit danach mitzunehmen. Noch kann von der Zeit danach allerdings nicht einmal spekuliert werden. Noch ist noch lange Notbetrieb.
Samstag, 21. März 2020
Schinken-Käse-Trost
Zitate, die grad wenig Trost spenden, aber doch gut sind:
„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren:
Es ist die Zeit der Monster.“
Antonio Gramsci
„In der Weltanschauung der indigenen Völker der Anden, blickt man
vorwärts in die Vergangenheit.
Der Zukunft kehrt man den Rücken, denn man weiß nicht, was kommt.“
Der Zukunft kehrt man den Rücken, denn man weiß nicht, was kommt.“
Philipp Weiß
„Nur die Phantasie kann zur Wahrheit vordringen.“
Doris Lessing
Und zur Beruhigung ein Zitat, das grad Trost spendet, aber an sich
ungut ist:
„Es ist schwieriger, sich das Ende des Kapitalismus vorzustellen
als das Ende der Welt.“
Slavoj Žižek
Freitag, 20. März 2020
Das hilft garantiert gegen Corona!
Daheimbleiben. Daheimbleiben und lesen,
kochen, essen. Ich koche gerne. Ich rette gerne den Reis vorm
Überkochen, ich rühre gerne mit einem Kochlöffel in einer Pfanne
rum, ich finde es erhebend, Knödel mit einem Knödelheber aus dem
wallenden Wasser zu holen. Ich reibe gerne Karotten, wasche Salat,
ja, ich schneide sogar gerne Zwiebel. Allein ich muss mir
eingestehen, ich bin nicht sehr versiert im Umgang mit Messern und
Reiben.
Ich schneid oder reib mich täglich. Noch sind zwar alle
Finger dran, aber in den letzten Tagen habe ich mir in den linken
Zeigefinger geschnitten, die rechte Daumenkuppe leicht angerieben und
der rechte Mittelfinger hat sich beim Herausholen eines Küchengeräts
in dessen scharfe Schneidezähne gegraben. Momentan blute ich also
täglich. Kein Grund zur Panik. Ein paar Blutstropfen fallen bei drei
geriebenen Karotten nicht weiter auf. Ich bin nicht blutleer nur
winterbleich. An sich also alles noch dran und mit Pflastern
versehen.
Das Problem ist nur, dass durch das dauernde Tippen und
Händewaschen die Schnitte nicht heilen wollen und immer wieder zu
bluten beginnen. Das „i“ schmerzt am meisten. Es ist ohnehin ein
Teufelskreislauf. Meiner Meinung nach bin ich nämlich nur deshalb
gerade so schneidempfindlich, weil die Hände so weich sind vom
vielen Händewaschen. Nicht dass ich sonst Fischerhände hätte. Ich
bin Sprachwerker und im Handwerklichen weitgehend talentfrei, habe
aber jahrelang Schlagzeug gespielt und an sich nicht so softe Hände.
Gut, die Reiben und Messer sind neu. Aber früher hat man sich auch
geschnitten und da blieb die Reibe dann halt in der Hornhaut hängen
oder man zog das Messer ohne Blutspur aus der Fingerkuppe. Jetzt aber
an allen Fingerenden leck.
Ich mag es nicht als Alterserscheinung
auslegen, ich hab weniger Problem damit, zuzugeben, dass ich einfach
ungeschickt bin und unser Küchengerät früher stumpfer, schlechter
war. Außerdem hab ich früher keine Karotten oder rote Rüben
gerieben, denn Karotten und rote Rüben verirrten sich nicht in
meinen Kühlschrank und Faschiertes war schon zerkleinert.
Ja, ich
lebe mittlerweile gesünder. Ja, Corona veranlasst mich dazu, noch
gesünder zu leben. Denn wenn schon kochen, dann mit Rohmaterial.
Dosen kommen mir keine ins Haus. An Dosen kann man sich nämlich ganz
fürchterlich schneiden. Weiß ich aus Erfahrung von früher.
So,
jetzt muss ich aber aufhören. Der „k“, „i“, „Beistrich“
Finger schickt sich nämlich schon wieder an zu bluten und ich will
mir hier ja nicht die Tastatur versauen.
Eins noch. Warum der Titel?
Das hat mit den potenziell nach Rezepten gegen Corona Googlerinnen
und Googlern zu tun. Vielleicht bringt mir diese Überschrift mehr
Leserinnen und Leser.
Jedenfalls: Gesund und ganz bleiben! Und: Cut!
Donnerstag, 19. März 2020
Mittwoch, 18. März 2020
Coronahotspot
Jetzt also auch Sölden und St. Christoph unter Quarantäne. Verdachtsfälle? Der Bürgermeister sagt mal so: "56 Personen sollen jetzt mal daheim bleiben." Wie bitte? Daheim bleiben sollen alle und alle, die mit dem infizierten Barkeeper - auch hier, wie in Ischgl also ein Barkeeper - in Kontakt waren, müssen in Quarantäne.
Ich muss ja gestehen. Ich war von 6. bis 8. März in St. Johann in Tirol. Auch das ein Tourismusort erster Güte. Ich war allerdings beim artacts Improvisationsmusik und Free Jazz Festival. Viel los war auch dort.
Auch am 10. März war ich wieder in Innsbruck, weil ich an sich eine Lesung in der Bücherei Arzl halten sollte, die dann abgesagt wurde. Dann gingen wir halt auf ein paar Bier - auch da kommt man in Kontakt mit Menschen. Nicht ganz so eng wie im "Kitzloch" aber schon auch. Und Barkeeper sind die Coronaschleudern, soviel ist schon mal sicher.
Schlechte Gedichte helfen nicht gegen Corona, aber Humor ist in diesen Tagen ganz besonders wichtig und schlechtes Bier war ja noch nie eine Lösung, kein Bier aber auch nicht. Deshalb hier ein weiteres Gedicht. Mögliche Titel:
Sport spart Sprit
Ausgangsbeschränkung ist ein sperriges Wort
Spazierengehen ist noch kein Sport
Corona ist als Virus besser als als Bier
Und hier steht als Nummer vier
Ich muss ja gestehen. Ich war von 6. bis 8. März in St. Johann in Tirol. Auch das ein Tourismusort erster Güte. Ich war allerdings beim artacts Improvisationsmusik und Free Jazz Festival. Viel los war auch dort.
Auch am 10. März war ich wieder in Innsbruck, weil ich an sich eine Lesung in der Bücherei Arzl halten sollte, die dann abgesagt wurde. Dann gingen wir halt auf ein paar Bier - auch da kommt man in Kontakt mit Menschen. Nicht ganz so eng wie im "Kitzloch" aber schon auch. Und Barkeeper sind die Coronaschleudern, soviel ist schon mal sicher.
Schlechte Gedichte helfen nicht gegen Corona, aber Humor ist in diesen Tagen ganz besonders wichtig und schlechtes Bier war ja noch nie eine Lösung, kein Bier aber auch nicht. Deshalb hier ein weiteres Gedicht. Mögliche Titel:
Sport spart Sprit
Ausgangsbeschränkung ist ein sperriges Wort
Spazierengehen ist noch kein Sport
Corona ist als Virus besser als als Bier
Und hier steht als Nummer vier
Dienstag, 17. März 2020
Bezuschussung
Es gibt Schönes zu berichten. Klar, wir haben alle Verdienstausfälle. Aber die Literarmechana fühlt sich dafür zuständig und handelt mehr als schnell. Eine einfache Aufstellung der Termine, die ausgefallen sind mit kurzer Beschreibung über Veranstaltung und vereinbartem Honorar reicht und man erhält wenig später die positive Nachricht, demnächst einen einmaligen Zuschuss für die erlittenen Einbußen überwiesen zu bekommen. Das ist unkompliziert und höchst erfreulich. Da sitzt man doch gleich noch lieber am Schreibtisch und haut in die Tasten, auf dass Neues entstehe, für das sich die Literarmechana künftig ebenfalls zuständig fühle. Wir sind nicht allein.
Ein Teenager will man gerade nicht sein. Ich kenne welche. Bin verwandt mit ihnen. Zum Teil sind sie grad in der Sturm-und-Drang-Phase, das klingt mehr nach Literaturgeschichte als es sollte. Sagen wir es grad heraus: Sozialkontaktvermeidung ist das Letzte das sie gerade wollen. Das haben sie die vergangenen 15 Jahre lang gemacht (Familie ausgenommen) und jetzt, da das andere Geschlecht, die vielen anderen Geschlechter gerade so richtig interessant wären, es all die anderen Menschen in der näheren Umgebung nicht nur online sondern for real zu erkunden gälte, jetzt soll man im Zimmer hocken und nichts und niemanden angreifen. Das ist sehr, sehr ungerecht.
Ein billiger Zweizeiler ist hier alles andere als hilfreich, folgt aber.
Möglicher Gedichttitel:
Smells Like Teen Spirit Corona-Style
Ich bin 18 und will ausgeh'n
Und was muss ich? Daheim bleiben wegen Covid 19
Ein Teenager will man gerade nicht sein. Ich kenne welche. Bin verwandt mit ihnen. Zum Teil sind sie grad in der Sturm-und-Drang-Phase, das klingt mehr nach Literaturgeschichte als es sollte. Sagen wir es grad heraus: Sozialkontaktvermeidung ist das Letzte das sie gerade wollen. Das haben sie die vergangenen 15 Jahre lang gemacht (Familie ausgenommen) und jetzt, da das andere Geschlecht, die vielen anderen Geschlechter gerade so richtig interessant wären, es all die anderen Menschen in der näheren Umgebung nicht nur online sondern for real zu erkunden gälte, jetzt soll man im Zimmer hocken und nichts und niemanden angreifen. Das ist sehr, sehr ungerecht.
Ein billiger Zweizeiler ist hier alles andere als hilfreich, folgt aber.
Möglicher Gedichttitel:
Smells Like Teen Spirit Corona-Style
Ich bin 18 und will ausgeh'n
Und was muss ich? Daheim bleiben wegen Covid 19
Montag, 16. März 2020
Aufbackbrötchenparty
Beim Laufen am Vormittag in der Kleingartensiedlung auf der Schmelz begegne ich vorwiegend Menschen mit Kinderwägen oder Hunden. Es ist ein wunderschöner Frühlingstag, auf den Bänken sitzt fast niemand. Die Schrebergartenbesitzerinnen und -besitzer machen Gartenarbeit, ein paar Joggerinnen und Jogger drehen Runden. Sonst nicht viel los an diesem Montag, den 16. März ein paar Stunden vor dem Zusperren aller Lokale.
Die Schulen sind weitgehend leer, das Betreuungsangebot allerdings aufrecht. Die Straßenbahnen und Busse sind mehr genützt, als vermutet, aber viele Menschen sind nicht am Weg. Um 15 Uhr dürfte sich das Bild - so sich alle daran halten - noch einmal drastisch ändern. Ich bin gespannt.
Mein dringender Grund, das Haus zu verlassen, ist ein Verhütungsengpass. Die Kondome werden knapp. Packungen in unterschiedlichem Design der Firma "Einhorn" (fair, aus Berlin) sind ausreichend lagernd im BIPA-Nahversorger. Ich wähle eine Pommestüte und eine Packung mit Regenbogen scheißenden Einhörnern und freue mich schon auf den Abend.
Es ist 15 Uhr, ich spaziere die Thaliastraße entlang und schaue, ob die Kebabläden und Wettbüros tatsächlich zusperren, was sie machen. Ich schlendere auch über den Spielplatz vor dem Amtshaus und stelle fest, er ist gänzlich menschenlos. Ich denke mir, jetzt noch in den SPAR, mach es, will mich mit Obst und Gemüse eindecken, was ich mache. Es ist genügend Angebot vorhanden, einzig die Bio-Bananen sind aus. Ansonsten die üblichen leeren Regale: Klopapier, Pastasoße, Dosenmais - aber, neu - auch Aufbackbrötchen erfreuen sich aktuell sehr großer Beliebtheit - und, das ist dann doch eine Überraschung - das Schnapsregal ist leer. Sollen die Menschen ruhig Schnaps trinken und Brote aufbacken, so lang sie zuhause bleiben.
Die Schulen sind weitgehend leer, das Betreuungsangebot allerdings aufrecht. Die Straßenbahnen und Busse sind mehr genützt, als vermutet, aber viele Menschen sind nicht am Weg. Um 15 Uhr dürfte sich das Bild - so sich alle daran halten - noch einmal drastisch ändern. Ich bin gespannt.
Mein dringender Grund, das Haus zu verlassen, ist ein Verhütungsengpass. Die Kondome werden knapp. Packungen in unterschiedlichem Design der Firma "Einhorn" (fair, aus Berlin) sind ausreichend lagernd im BIPA-Nahversorger. Ich wähle eine Pommestüte und eine Packung mit Regenbogen scheißenden Einhörnern und freue mich schon auf den Abend.
Es ist 15 Uhr, ich spaziere die Thaliastraße entlang und schaue, ob die Kebabläden und Wettbüros tatsächlich zusperren, was sie machen. Ich schlendere auch über den Spielplatz vor dem Amtshaus und stelle fest, er ist gänzlich menschenlos. Ich denke mir, jetzt noch in den SPAR, mach es, will mich mit Obst und Gemüse eindecken, was ich mache. Es ist genügend Angebot vorhanden, einzig die Bio-Bananen sind aus. Ansonsten die üblichen leeren Regale: Klopapier, Pastasoße, Dosenmais - aber, neu - auch Aufbackbrötchen erfreuen sich aktuell sehr großer Beliebtheit - und, das ist dann doch eine Überraschung - das Schnapsregal ist leer. Sollen die Menschen ruhig Schnaps trinken und Brote aufbacken, so lang sie zuhause bleiben.
Sonntag, 15. März 2020
Katzenstreuengpässe
Nach Hause telefonieren ist weiterhin erlaubt. Nach Hause telefonieren hatte schon ET für sich als Allheilmittel erkannt. Nein, ET hatte Sehnsucht, aber Telefonkabel zu ETs Planeten waren nicht verlegt und Satellitentelefone gab es noch nicht. Man stelle sich vor, das Telefon und Internetz bräche dieser Tage zusammen. Wie lange es die Menschen dann wohl in ihren Wohnungen und Häusern aushielten? Vermutlich nicht lange. Noch sind sie ja auch noch nicht lange in denselben. Kanzler Kurz verkündete heute Vormittag: "Es gilt. Bleiben Sie zu Hause!"
Die Österreichischen Maßnahmen die vor zwei Tagen angekündigt wurden, wurden natürlich von der Bevölkerung nicht ernst genommen. Jetzt aber richtig. Ab Dienstag sind alle Lokale zu. Die Grenzen zu Deutschland sind ab sofort auch zu. Spiel- und Sportplätze zu. Österreich wird runter gefahren. Der Neustart kann dauern.
Bruder Bernhard bekam gestern keine Katzenstreu mehr. Er tröstete sich mit Blumenerde. Blumenerde nicht anstelle von Katzenstreu aber zur Balkonblumengestaltung. Glücklich, wer einen Balkon hat. Glücklicher, wer einen Garten hat. Am glücklichsten, wer Haus im Grünen hat. Aber permanentes Glück ist ja, kann ja kein Ideal sein.
Persönliches Glück, also die Beziehungstragfähigkeit wird sich in den kommenden Wochen, in den jeweiligen circa vier Wänden weisen. Wahrscheinlich ist der Faktor "Quadratmeter Wohnfläche" (qmwof) in der Beziehungsglücksformel relevant, der Faktor "Zeit" (t) sowieso. Weitere Faktoren stellen sich mit der Zeit erst heraus. Das heißt, von einer Formel kann noch nicht gesprochen werden. Die Entwicklung ist aber im Gang.
Die Österreichischen Maßnahmen die vor zwei Tagen angekündigt wurden, wurden natürlich von der Bevölkerung nicht ernst genommen. Jetzt aber richtig. Ab Dienstag sind alle Lokale zu. Die Grenzen zu Deutschland sind ab sofort auch zu. Spiel- und Sportplätze zu. Österreich wird runter gefahren. Der Neustart kann dauern.
Bruder Bernhard bekam gestern keine Katzenstreu mehr. Er tröstete sich mit Blumenerde. Blumenerde nicht anstelle von Katzenstreu aber zur Balkonblumengestaltung. Glücklich, wer einen Balkon hat. Glücklicher, wer einen Garten hat. Am glücklichsten, wer Haus im Grünen hat. Aber permanentes Glück ist ja, kann ja kein Ideal sein.
Persönliches Glück, also die Beziehungstragfähigkeit wird sich in den kommenden Wochen, in den jeweiligen circa vier Wänden weisen. Wahrscheinlich ist der Faktor "Quadratmeter Wohnfläche" (qmwof) in der Beziehungsglücksformel relevant, der Faktor "Zeit" (t) sowieso. Weitere Faktoren stellen sich mit der Zeit erst heraus. Das heißt, von einer Formel kann noch nicht gesprochen werden. Die Entwicklung ist aber im Gang.
Die Palmkätzchenkur
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Noch ist das ja alles offiziell erlaubt. Ob sich das Verhalten am Montag massiv ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Telefonieren jedenfalls ist gut und tut niemandem weh. Bruder Thomas berichtet aus Nassereith - nicht sehr weit von der Quarantäne-Zone Paznauntal entfernt. Ein Arzt aus einem Nachbardorf hat sich infiziert und das Virus sicher weiter verbreitet. Die Straßen sind verlassen. Die Leute bleiben in den Häusern. Die Schule - er als Schulleiter - hat offen zu sein. Der Bürgermeister hat ihm geflüstert, dass das wohl nicht bloß wochenlang so sein wird, dass den Gemeinden wohl nahegelegt wurde, keine Investitionen mehr zu tätigen, sondern Rücklagen zu bilden.
Es geht die Runde vom Barkeeper in Ischgl, der wohl noch tagelang weiter arbeiten musste, wissend, dass er infiziert war. Er ging quasi viral - international. Dahinter stand ein großer Tourismus-Boss, der wohl auch durchsetzte, dass die Skigebiete nicht so schnell wie die Kulturbetriebe geschlossen wurden.
Bruder Bernhard bringt uns Brot, er kriegt dafür Bücher. Das ist ein Tauschsystem, auf das wir uns verstehen. Er bringt auch Palmkätzchen und Forsythien - es ist ja nicht bloß Corona-Time sondern schon auch Frühling. Um hier auch mal ordentlich abstruse Theorien zu verbreiten: Palmkätzchen und Forsythien in einen 0,5 Liter Donauinselfest-Becher gesteckt, gewässert und auf den Küchentisch drapiert hilft gegen Coronainfizierung, sofern man selbst sich ebenfalls an den Tisch platziert und den Palmkätzchen und den Forsythien beim auf- und verblühen zuschaut. Ist gar nicht mal so abwegig geworden, denn Daheimbleiben hilft ja wirklich.
Bernhard wirft ein, dass es jetzt eine gute Zeit dafür wäre, über ein Grundeinkommen zu reden. Es ist auch eine gute Zeit dafür, hervor zu heben, was politisch alles möglich ist. Ob das zum Wohle der Maßnahmen gegen desn Klimawandel ist oder genau das Gegenteil, auch das wird sich weisen. Vermutlich fallen diese sowie auch die Steuerreform aber den Auswirkungen der Corona-Krise zum Opfer. Krise scheint in diesem Fall das passende Wort zu sein.
Zum Bild: Wasser trinken ist gut, hilft aber nicht gegen Coronainfizierung, selbst wenn eine Zirbenkugel das Wassergefäß ziert und eine Kristallsäule das Wasser auflädt.
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