Im letzten Eintrag hab ich über Kürzungen geschrieben, hier darf natürlich der Hinweis darauf nicht fehlen, dass es Menschen gibt, die versuchen, dem entgegen zu wirken. Das klingt jetzt komplizierter als beabsichtigt. Einfach jedenfalls ist es, sich die Seite kulturlandretten.at anzuschauen und die Petition zu unterschreiben.
Denn an Oberösterreich können wir wohl die Zukunft des ganzen Landes ablesen. Die Kultur ist von Budgetkürzungen existenzbedroht, deine Unterschrift kann das möglicherweise verhindern. https://kulturlandretten.at/
Zum Foto: Das ist kein schwarzer Riss im blauen Himmel über Wels. Das ist die Hebebühne, die den Lederertrum sein Lichterkettenhemd anlegte. Jaja, die Menschen im Korb der Hebebühne taten dies, schon klar.
Jedenfalls blinkt und strahlt der Ledererturm in den nächsten Wochen, heute wurden auch die ersten roten Riesenkugeln montiert. Wels verwandelt sich. Wels wird zum Christkindlmarktplatz Leuchtwunderland. Ich freu mich schon auf viele Punschhüttenkonversationen.
Montag, 6. November 2017
Mittwoch, 1. November 2017
Über Kürzungen und Überlegungen
Ja, ich
würde gerne im Gefängnis gegenüber vom Schl8hof eine Lesung
machen, befürchte aber, dass sich das in der noch verbleibenden Zeit
nicht ausgehen wird. Das Gefängnis heißt sicher nicht Gefängnis
sondern vermutlich Landestrafvollzugsanstalt oder so ähnlich. Aber
ich seh kein Schild mit der entsprechenden Auffschrift, ich seh nur
Gitter und deshalb schreib ich Gefängnis. Vermutlich sähe ich ein
Schild, bewegte ich mich weg vom Schreibtisch oder googel-viewte ich.
Mach ich aber nicht. Ich stell mir lieber vor. Ich denke nach und
stell mir vor und stell mich dann, diese Kolumne schreibend, als
Nachdenkenden und Vorstellenden vor.
Der
Herbst ist ja auch die ideale Nachdenkzeit. Wenn was dabei rauskommt
– gut. Wenn nicht, dann ist die Zeitumstellung schuld. Die
Zeitumstellung ist als Universalausrede bis Dezember allgemeingültig
und anerkannt. Danach tritt der Vorweihnachtsstress an die Stelle der
Zeitumstellung. Dem Vorweihnachtsstress möchte ich dieses Jahr
entkommen. Ich sorge vor. Ich mach mir Gedanken, mit was ich wen
überraschen und beschenken könnte. Das Nachdenken macht mich so
also zum Vorausdenkenden und bewahrt mich vor zukünftigem Stress.
Eigentlich mehr als bedenklich, dass Stress so ein Modewort geworden
ist. Vor allem in der Weichnachtszeit. Die sollte doch eigentlich
alles andere als stressig sein. Aber zur Besinnung kommt man inmitten
der bald aus dem Boden schießenden Glühwein-, Geschenk- und
Punschhütten nur schwer. Da steht dann doch eher Benebelung der
Sinne am Programm. Wels benebelt. Wels berauscht mich. Wels
überrascht mich aber auch.
Kaum bin
ich ein paar Tage weg. Hängen plötzlich Fransen an den
Straßenlampen. Die klimpern im Wind und glitzern im Sonnenschein.
Die Straßenlaternenbefransung ist vermutlich die Vorhut der
Weihnachtsbeleuchtung. Die kommt so sicher wie Schwarz-Blau. Das ist
keine Überraschung und Geschenke sind auch keine zu erwarten. Minus
zehn Prozent ist wohl nur ein Vorgeschmack. Kürzte ich diese Kolumne
um zehn Prozent, müsste ich jetzt dann langsam aufhören. Aber nein,
das ist kein guter Vergleich. Denn kürzen tut Texten meist gut. Aber
Kürzungen im Förderungsbereich sind schmerzvoller. Die verdichten
nicht, die zerstören. Die zerstören Kulturarbeit genauso wie ein
Text zerstört wird, nimmt man ihm jedes zehnte Wort. Das hinterlässt
Lücken, ergibt keinen Sinn, macht Aufgebautes kaputt. Beispiel
gefällig? Voilà:
Wels
macht was mit mir. Wels gibt mir einen vor. Wels hat mich langsam im
Griff. Wels wickelt um den Finger. Wels verwöhnt mich. Wels klatscht
mich mit Veranstaltungen. Wels mag ich. Wels mag mich. Wels mich ab.
Wels nimmt mich auf. Wels verdaut mich. wird mich im Dezember wieder
ausscheiden. Wels hat eine Verdauung. Wels hat schon vieles
überstanden. Will ich mehr? Will ich mich noch mehr auf Wels
einlassen? Will mich in Lokalpolitik stürzen und in Bierlokalen
auffangen lassen? ich Spuren in Wels hinterlassen?
Mittwoch, 18. Oktober 2017
Über Kübelübel und Naturtrübes
Man hat
mich kurz und blau geschlagen. Mir ist schwarz-türkis vor Augen. Es
juckt ein pinker Ausschlag. Die Hoffnung zerfällt mir wie Pilze im
Mund. Die Augen reizgerötet, wein ich grüne Tränen. Herbst kann
Melancholie. Ob die künftige Koalition regieren kann?
Es erst lernen zu müssen, kann kosten. Aber das leisten wir uns offenbar lieber als Solidarität. Missgunst hat die Wahl entschieden. Anderen nichts, sich selbst alles gönnen. So viel Missgunst #gönndir.
Wählerinnen und Wähler sind volatil, Parteien out. Alles scheint sich zu bewegen, doch ist die Bewegung in Wahrheit bloß ein Mauern. Mit mir sind keine Mauern zu machen. Da halt ich es mit Element of Crime und singe: „Bring den Vorschlaghammer mit, wenn du heute Abend kommst. Dann hauen wir alles kurz und klein. Der ganze alte Schrott muss raus und neuer Schrott muss rein. Bis morgen muss der ganze Rotz verschwunden sein.“
Es erst lernen zu müssen, kann kosten. Aber das leisten wir uns offenbar lieber als Solidarität. Missgunst hat die Wahl entschieden. Anderen nichts, sich selbst alles gönnen. So viel Missgunst #gönndir.
Wählerinnen und Wähler sind volatil, Parteien out. Alles scheint sich zu bewegen, doch ist die Bewegung in Wahrheit bloß ein Mauern. Mit mir sind keine Mauern zu machen. Da halt ich es mit Element of Crime und singe: „Bring den Vorschlaghammer mit, wenn du heute Abend kommst. Dann hauen wir alles kurz und klein. Der ganze alte Schrott muss raus und neuer Schrott muss rein. Bis morgen muss der ganze Rotz verschwunden sein.“
Ach,
wenn es doch so einfach und vor allem so schnell ginge. Aber fünf
Jahre können sehr, sehr lange sein. Mir wird schlecht, mir ist
schlecht. Sag nicht Kotzeimer, sag Kübelübel, das klingt lieblicher
und macht's erträglicher. Aber harte Fakten müssen ausgesprochen
und nicht verniedlicht werden. Sag nicht Actionfilz, wenn du
Seilschaften meinst. Sag nicht Seilschaften, wenn du Burschenschaften
meinst. Nur 0,4 Promille der österreichischen Bevölkerung sind
Mitglied bei einer schlagenden Verbindung, aber in der FPÖ schaut
das ganz anders aus. Heinz-Christian
Strache und Johann Gudenus sind Mitglieder der Vandalia. Norbert
Hofer ist bei der Marko-Germania, Harald Stefan bei der Olympia,
Manfred Haimbuchner bei der Alemannia. Schlagende Verbindungen sind
elitär, reaktionär und rechtsextrem. Diese Tatsachen entnehme ich
dem Buch „Stille Machtergreifung. Hofer, Strache und die
Burschenschaften“ des Historikers und Journalisten Hans-Henning
Scharsach.
Die Buchpräsentation im Welser „Freiraum“ war sehr gut besucht, es wurde auch rege diskutiert, nur die Anwesenden waren sich ohnehin einig. Immerhin. Das Welser Wahlergebnis lässt mich rot werden und schmunzeln. Ich bin ein Schmunzellhaufen und verzieh mich in die Nacht und in Fragwürdiges.
Die Buchpräsentation im Welser „Freiraum“ war sehr gut besucht, es wurde auch rege diskutiert, nur die Anwesenden waren sich ohnehin einig. Immerhin. Das Welser Wahlergebnis lässt mich rot werden und schmunzeln. Ich bin ein Schmunzellhaufen und verzieh mich in die Nacht und in Fragwürdiges.
„Ich
arbeite in einem Tonstudio“, höre ich und frage mich: Techniker
oder Töpfer? Kann man statt: „Nimm Riechspur auf“ auch sagen:
Folge deinem Urinstinkt? Ich radle und es rattern die Gedanken. Bunte
Blätter tanzen in den Himmel und ich denke mir: Mit Verlaubkescher
und Löschblattfeger müsste doch eine Marktlücke gefüllt werden
können. Herbstgedanken.
„Die Sprache verkleidet den Gedanken“, sagt Ludwig Wittgenstein. Mir ist so philosophisch zumute. Die Philosophie ist ein Gedankenklärwerk. Die Aufgabe der Philosophie ist es, naturtrübe Gedanken klar zu machen. Ich fühl mich naturtrüb und bin der Meinung, dass es höchste Zeit ist, eine Abkürzung für das Getränk „Naturtrüber Apfelsaft mit Leitungswasser“ zu erfinden. Wie wär's mit „Natrübileitung“?
Mir ist eher nach Schnaps als nach Saft zumute. Aber klar bleiben ist gerade jetzt wichtig. Demzufolge empfiehlt Ihr StaTTschreiber für die kommenden Wochen und vermutlich Jahre: Klare Gedanken statt klare Getränke. Und generell einfach nicht unterkriegen lassen.
„Die Sprache verkleidet den Gedanken“, sagt Ludwig Wittgenstein. Mir ist so philosophisch zumute. Die Philosophie ist ein Gedankenklärwerk. Die Aufgabe der Philosophie ist es, naturtrübe Gedanken klar zu machen. Ich fühl mich naturtrüb und bin der Meinung, dass es höchste Zeit ist, eine Abkürzung für das Getränk „Naturtrüber Apfelsaft mit Leitungswasser“ zu erfinden. Wie wär's mit „Natrübileitung“?
Mir ist eher nach Schnaps als nach Saft zumute. Aber klar bleiben ist gerade jetzt wichtig. Demzufolge empfiehlt Ihr StaTTschreiber für die kommenden Wochen und vermutlich Jahre: Klare Gedanken statt klare Getränke. Und generell einfach nicht unterkriegen lassen.
Mittwoch, 4. Oktober 2017
Über Rollen und Aufnahme
Der StaTTschreiber fühlt sich wohl. Er
verrichtet seinen Dienst nicht nach Vorschrift. Er denkt nach und
verfasst dann eine Nachlese. Ums Denken ging es auch gestern bei „Die
Menschen“ im Kornspeicher. Die Menschen gibt es seit 1986, das muss
man so erst einmal geschrieben haben. Die Gruppe „Die Menschen“
stellt Texte zu einem Thema zusammen und trägt diese dann vor.
Gestern waren die Gedanken frei und wurde der Bogen von Büchner über
Orwell bis zu Nestroy und Morgenstern gespannt. Das ist löbliche
Denkarbeit zum Wohle des Publikums. Denkarbeit lohnt sich immer. Aber
Vordenker möchte momentan wohl wirklich niemand bezeichnet werden.
Das Vordenkertum disqualifiziert sich grad via Plakat. Der
StaTTschreiber fragt sich ja schon, warum so etwas ankommt, fühlt
sich aber selbst angekommen und in die Welser Gemeinschaft
aufgenommen.
Der StaTTschreiber wird bestens betreut
und in allerlei Abendaktivitäten eingebunden. Er gibt sein bestes.
Gerne schlüfe er weniger. Er arbeitet daran. Es ist dies wohl der
große Unterschied zu bisherigen, ähnlich gearteten Tätigkeiten des
StaTTschreibers. Er war bereits Dorf-, Markt-, Stadt- und
Hotelschreiber, fühlte sich aber selten so gewollt wie in Wels. Das
mag damit zu tun haben, dass er nicht im Dienste der Stadt steht,
sondern eben von der Menge ermöglicht wurde. Das mag damit zu tun
haben, dass er nicht nur als StaTTschreiber, sondern auch als
Individuum wahrgenommen wird und insofern braucht hier gar nicht so
unpersönlich geschrieben und kann getrost zum Ich gewechselt werden.
Ich also.
Ich, so es stimmt, der erste und letzte
StaTTschreiber von Wels, fuhr ein Monat lang ein Bäckerfahrrad aus
den 1950er Jahren und fahre jetzt ein Klapprad aus dem 21.
Jahrhundert (Danke Bikerei!). Ich zeche im Black Horse Inn und in
Sonis Extrazimmer auf Kosten der Crowdfunding-Initiative von
pro.viele. Ich habe einen Schreibtisch im Schl8hof mit Zugang zur
Kaffee- und Waschmaschine sowie zum hauseigenen Zeitschriftenarchiv
und generell zu Informationen aller Art von rundumkundigen Menschen
vor Ort. Ich habe nichts gegen Transparenz. Wie man hoffentlich lesen
kann, wenn man liest. Ich habe nichts gegen Denken. Wie man
hoffentlich lesen kann, wenn man liest. Ich habe nichts gegen
Wiederholung. Wie man hoffentlich lesen kann, wenn man liest. Ich
habe aber etwas gegen die Vereinnahmung der Sprache.
Der Eine ist kein Vordenker. Der Andere
tut nicht, was richtig ist, er macht sich nur wichtig. Der andere
Eine lässt sich von den Seinen seine Kernkompetenz verspielen. Und
alle anderen spielen grad Nebenrollen, die nicht oscarverdächtig
sind. Wobei, der Oscar für die beste weibliche Rolle geht natürlich
an Ulrike Lunacek, weil Konkurenz ist schlicht nicht vorhanden. Da
möge sich Griss nicht grämen. Sie hatte ja bereits ihren großen
Auftritt im Film „Die Bundespräsident_innen“ der dann zur
Dramaserie mit Happy End ausartete. Schreibt man „ausarten“,
denkt mein Ich gleich an den Fernsehsender Arte und schreibt man „Die
Bundespräsident_innen“, denkt mein Ich gleich an „Die
Präsidentinnen“ von Werner Schwab. Womit wir wieder beim Denken
wären. Denken. Hingehen. Wählen.
Dienstag, 3. Oktober 2017
Regenzeit ist Zitatzeit (plus ein eingenestroytes Couplet)
Am
Wochenende war ich übrigens auf einem Barbara-Frischmuth-Symposion
im Kunsthaus Muerz in Mürzzuschlag und es traf sich, dass
gleichzeitig die Steirischer-Herbst-Produktion „Die Kinder der
Toten. Der große Dreh“ in Neuberg an der Mürz ihren Auftakt
erlebte und da war ich untergebracht und was schreibt eine Gabriele
Riedle 1987 im Konkret im Artikel „They call her Elfie“?
„Elfriede Jelineks Texte sind feministisch, aber nicht so gemeint.
Sie stylt nicht nur sich, sondern auch ihre Texte. Sie ist obszön,
weil sie immer recht hat. (…) Die Aura der Künstlerin im Zeitalter
der technischen Reproduzierbarkeit. Das Intrview verspricht so die
medientechnische Bannung des fernen und lederbemiederten
Literaturstars mit dem Appeal der Madonna made in Hollywood ins
heimatlich vertraute Votivbild einer blattgold-geschminkten
Hausheiligen, geboren und in Gnade gefallen zu
Mürzzuschlag/Steiermark anno 1946.“ 1987 – das war nach
„Burgtheater“ und vor „Lust“. Das war im Jahr, in dem sie
auch die Neubearbeitung „Präsident Abendwind“ des Nestroy
Stückes „Häuptling Abendwind“ zur Aufführung brachte. Ich
verbeuge mich vor Jelinek und Nestroy und bearbeite meinerseits neu.
HÄUPTLING
ABENDWIND (ein
Systemerhalter guter, alter, österreichischer Schule; ein
sprachlicher Kompromissverschnitt aus Pröll & Häupl, Charme
und Bauchstich; singt in Nestroy Couplet-Manier):
Mei
Insel is ganz guat versteckt / Die
liegt linksrechts von Lampedusa / Die
hot vor über 100 Joahr der Franz Ferdinand entdeckt / Die
ist seither a Abstellplotz für Loser
Mei
Insel is mei home, my castle und mei Reich / I
scheiß mi nix, i tua, i moch, i sauf wo immer i grod will / Und
is aner von de Loser goar zu bleich / Donn
friss i'ihn ratzteputz – ka Deal
Mei
Insel is in letzter Zeit nur leider etwas oarm dran / Es
gabert Trottel eh zwoar grod die Menge / Nur
schickt uns Österreich weder Frau noch Mann / Die
sog'n die Hypo-Pleite treibt sie in die Enge / I
sog nur her mit oi de Wiarschtln / Mei
Mog'n is no recht im Schuss / So
long's an Spritzwein gibt zum Biarschtln / Beiß
i in jeden Hypo-Wiarschtl-Fuß
So
long's an Spritzwein gibt zum Biarschtln (in
Udo-Jürgens-Mit-66-Jahren-Melodie) Is
no long, long nit Schluss / (in
Die-Welt-steht-auf-kan-Foll-mehr-long-Melodie)
Long, long, long, long, long, long, long, long, long, long, long,
long, long, long, long nicht Schluss
Donnerstag, 28. September 2017
Ich bin da
Einfahrt freihalten
Zuwiderhandlungen werden zivilrechtlich verfolgt
Einfahrt freihalten
Einfahrt freihalten
Zuwiderhandlungen werden zivilrechtlich verfolgt
Dieses Objekt ist alarmgesichert und videoüberwacht
Gashaupthahn
Dieses Objekt ist alarmgesichert und videoüberwacht
Gashaupthahn
Einfahrt freihalten!
Hier wache ich!
Bitte keine Reklame
Sind im Garten
Vorsicht Starkstrom Lebensgefahr
Designed für discrete breastfeeding
Never stop learning
Falls die Türe versperrt sein sollte, rufen Sie bitte folgende Nummer an:
Ausfahrt freihalten!
Du siehst mich nicht...
Du hörst mich nicht...
Aber glaub mir
ICH BIN DA!!!
Bitte keine heiße Asche einfüllen
Bitte kein unadressiertes Werbematerial
Einbruchschutz Alarmanlage Videoüberwachung
Du siehst mich nicht...
Du hörst mich nicht...
Aber glaub mir
ICH BIN DA!!!
Bitte keine heiße Asche einfüllen
Bitte kein unadressiertes Werbematerial
Einbruchschutz Alarmanlage Videoüberwachung
Ausfahrt freihalten!
Einfahrt freihalten!
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Einfahrt freihalten!
Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Einfahrt freihalten!
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Wels Streetwork
Türglocke bitte läuten
Please ring the bell
Haustüre bitte immer geschlossen halten!
Achtung Skateboarder Schrittgeschwindigkeit
Mein Weg von der Schlafstätte Black Horse Inn ins Schl8hofbüro ist kurz und voller freizuhaltender Ein- und Ausfahrten. Ich bin noch immer neu hier und nehme dankend jeden Hinweis an.
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Privatgrundstück
Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt! Besitzstörungsklage
Wels Streetwork
Türglocke bitte läuten
Please ring the bell
Haustüre bitte immer geschlossen halten!
Achtung Skateboarder Schrittgeschwindigkeit
Mein Weg von der Schlafstätte Black Horse Inn ins Schl8hofbüro ist kurz und voller freizuhaltender Ein- und Ausfahrten. Ich bin noch immer neu hier und nehme dankend jeden Hinweis an.
Mittwoch, 27. September 2017
Abraumhalde
Gestern hatte ich einen Traun. Ja, Traun. Ich war ein Wels in Wels im Traun und in der Traun. Wels gefiel mir im Traun. Als Wels sah ich von Wels nicht viel. Die Traun halt. Ich gefiel mir als Wels, aber irgendetwas stummte nicht mit mir. Irgendetwas wirr verrückt. Irgendetwas spulte mit mir, verspulte mich und spülte mich dort, dort im Traun in die Traun.
Ich sagte mir: Wels statt Karpfen und Krapfen statt Strudel, aber eigentlich am liebsten Maronimus mit warmen Ingwerweichseln. Für einen Wels war ich eindeutig zu gefräßig und geschwitzig. Auch sollte ich mich, für einen Wels in Wels im Traun in der Traun, wirklich mehr traun.
Aber wirklich war in meinem Traun baum etwas. Baum dachte ich das im Traun in der Traun als Wels in Wels, wuchsen mir auch schon Nadeln aus den Barteln und Haselnüsse aus der Zwirbeldrüse.
Benadelte Barteln, das war selbst im kühnsten Traun nicht zu erwarteln. Eine Haselnüssezwirbeldrüse, das war selbst als Wels in Wels mehr Hells Bells als Fels in der Traunbrandung. Nadelbartelwelsen sollte man nicht einmal im Traun in der Traun über den Weg traun. Nadelbartelwelse sind nämlich Wendehälse und senden gefährliche Zwirbeldrüsehaselnüssegrüße in alle Richtungen. Nadelbartelwelse sind gesinnungslos und machtgeil. Nadelbartelwelse sind Wölfe im Schafspelz. Nadelbartelwelsen ist nicht zu traun. Die tun zart, sind aber Fisch, sind aalglatt, schmierig und einmal am Ziel langwierig schädlich, weil unredlich.
Ich dachte mir im Traun: ein konvexer Traun. Ich dachte mir als Wels in Wels: Nicht die Drohne. Mein Biber Schwan und kalter Schwede! Ich dachte mir als Wels in Wels in der Traun im Traun: Wenn ich denke und also bin, so muss der Fluss, wenn er denkt, Fisch sein. So logik mir das im Traun zurecht und folgerte weiter. Der Fluss der denkt und Traun ist, muss letztlich Wels sein. Fisch. Stadt. Wels. Wels Ermöglicht Letztlich Spaß.
Mittwoch, 20. September 2017
Über Versprechen und Versagen
Als StaTTschreiber muss ich mein Augenmerk auf Wörter legen und im Idealfall etwas dafür oder dagegen zur Sprache bringen.
Zinsen sind nagende Ratenratten. Ich mag Wortneuschöpfungen wie Ratenratten. Wortgeburten fallen mir leicht. Schlimmer sind die Wortwehen. Das sind Wörter, die mir zuwehen, weil sie grad umgehen. In Vorwahlzeiten gehen viele Wörter und Slogans um. Es geht was um, oft ist es dumm.
Wenn eine Katze verrückt ist, hat sie nicht mehr alle Tatzen im Schrank. Wenn ein Land abrückt, muss es verkatert aufwachen. Österreich ist schon mal arg abgerückt und abgesoffen. Der Schaden war groß, der Lerneffekt klein. Zinsen mögen nagende Ratenratten sein, aber Erbschaftssteuer ist kein Ungeheuer.
Das wahre Ungeheuer sind die Phrasen. Phrasen haben Hochsaison: Holen Sie sich. Es ist Zeit. Das ist unfair. Nichts kommt von ungefähr. Somit wäre das schon mal klar. Das Ungefähre ist also eine Art Schwarzes Loch. Das Ungefähre ist gefährlich, saugt alles auf und nichts bleibt dabei übrig. Halbwissen ist Ungefähres. Halbwissen ist schon als Wort kaputt. Entweder man weiß etwas, oder man weiß es nicht.
Wie heißt du? MarKö.
Was bist du? Statt.
Das ist Halbwissen. Das führt nirgends hin. Halbwissen ist Ungefähres und führt ins Nichts. Populismus ist Ungefähres und führt ins Nichts. Populismus fühlt sich nicht der Wahrheit verpflichtet. Populismus will bloß gefallen. Es geht was um, oft ist es dumm.
Es geht nicht um Politik statt Poesie. Es geht nicht um Poesie statt Politik. Es geht beides. Es geht nicht um E statt U. Es geht nicht um U statt E. Es geht beides. Ja, es geht sogar noch mehr. Es geht Ernst, Unterhaltung, EU und Überraschung statt Vorhersehbarkeit.
Als StaTTschreiber muss ich Fragen stellen, statt Antworten parat haben. Für was kämpft man denn eigentlich? Für Freiheit von etwas oder Freiheit für etwas? Für was arbeitet man denn eigentlich? Für familiäre Fürsorge oder finanzielle Vorsorge?
Für wen müht man sich denn eigentlich so ab?
Für ein vielversprechendes Versagen oder ein vielsagendes Versprechen? Reicht Verstand, um in den Vorstand gewählt zu werden, oder ist der Umstand, nicht mit dem Vorstand verwandt zu sein, immer noch vorrangig? Ergo Verstand de facto zweitrangig? Ist ein Naheverhältnis nach wie vor das Um und Auf? Auf was kommt es an? Sind Vorsätze bloß Versatzstücke der persönlichen Grundsätze? Sind Lehrsätze auch bloß aufgemotzte Stehsätze? Sind Satzungen meist auch nur Leerzeilen? Ist das Wesentliche nicht meist zwischen den Zeilen? Oder sind etwa Um- und Absätze die einzig wahren Sätze?
Nochmal: Für was kämpft man denn eigentlich? Für Freiheit von etwas oder Freiheit für etwas? Und: Ob Einsatz nicht genügte?
Ein Satz ist nie genug und besser nachfragen, als nicht fragen. Es geht was um, ich bleib nicht stumm.
Und hören kann man mich demnächst in der Alten Hutfabrik und zwar am Donnerstag, den 28. September 2017 um 20Uhr30 bei der Abend-Bar von Treffpunkt Mensch & Arbeit.
Dienstag, 19. September 2017
Noch mehr 90er Jahre
Hab mir im Medienkulturhaus „Die beste aller Welten“ (Regie und Drehbuch Adrian Goiginger) angeschaut. Klar, berührend. Was soll man sonst dazu sagen? Schön? Geht nicht. Den Dämon gut dargestellt? Nein, darum geht’s ja nicht. Die Problematik gut dargestellt? Ja, schon. Die Droge, das Leben damit, die Paranoia, den Dreck, den Sumpf, die Spirale abwärts gut ins Bild gesetzt. Auch gut gezeigt, dass vieles, was die Erwachsenen da machen dem 7jährigen eh wurscht ist und dass das Abenteuerliche an der Süchtler Lebensstyle eh auch was hat für das Kind. Auf lange Sicht freilich kann's nicht gut gehen. Das kam rüber. Das Happy End auch. War das zu happy? Durch den Abspann vielleicht. Aber natürlich ein bewegendes Kinoerlebnis. Kein Feierabendkino. Schau ich zu viel Feierabendfilme? Eh nicht. Kunstfilm war das ja auch keiner. Ein superrealistischer Problemfilm. Werden da die filmischen Möglichkeiten zu wenig ausgenützt? Low Budget halt. Linear erzählt. Der Abenteurer und der Dämon als Motive und einziger filmischer Bruch. Die 18 Schilling Frankfurter Episode und die Festnetztelefonate waren wichtig für die zeitliche Verankerung. Ansonsten ließ sich der Schick der letzten 20 Jahre gut verbergen. Keine Autos, Sozialbauten, Amtsgebäude und zeitlose Schlabberkleidung. Die Musik heimisch, die Schauspieler_innen unbekannt.
Doch ganz schön viel richtig gemacht.
Fazit: Ein guter österreichischer Problemfilm (auch wenn ich das Wort an sich nicht mag, ich werde ein besseres suchen, versprochen!), eine mutige heimische Produktion. Ein Abenteurer-Gesellenstück. Jetzt ist Zeit für neuen Stoff.
Donnerstag, 14. September 2017
1987 1997 2017
Und nichts schöner als in der Vergangenheit versinken. Und nichts schöner als der Gegenwart zu entfliehen. Und nichts schöner als sich das leisten zu können. Gestern noch pflichtbewusster Kinobesuch: „Die Beste aller Welten“. Danach pflichtbewusste Schnapsverkostung. Heute liegt ein Stapel 1980er Jahre SPEX vor mir.
Wie da nicht versinken? Wie da nicht vollkommen euphorisch und weinerlich gleichzeitig werden. Ich zupfe eine 1987er Ausgabe raus. Ein erschreckend junger Michael Stipe am Cover (schaut da so aus, wie ich mir David Foster Wallace immer vorgestellt habe, bis ich den Film „The End of Tour“ sah). Storys über Henry Rollins, die Butthole Surfers, Michael Jackson und ein Text von – oh, ja – Rainald Goetz. „Kadaver“ in der Heftmitte. Ein Ur-Goetz mit „Vernichten Vernichten“ als Zitat vorangestellt. Könnte von Thomas Bernhard sein. Dann hebt er an mit „Plötzlich sah ich alles richtig.“ Oh Himmel. Oh Goetz. Oh Henry Rollins.
In der Liste „Best of nie dagewesen! Hasi!“ in „Peace and Fire. 25 Jahre Alter Schl8hof Wels“ reiht Stefan Haslinger Henry Rollins an vierter Stelle (gleich hinter Nirvana). Ich habe Henry Rollins live erlebt und zwar auf der Bühne im Rattenberger Schlossberg. Ja: Rattenberger Schlossberg! Das war gefühlt 1997. Ich trug dort auf Konzerten und Festivals gerne eine Stoffbadehaube, um meine arschlangen Haare zu bändigen. Die Badehaube des Henry Rollins Konzertes war schwarz mit roten und orangen Längsstreifen. Der Schlossberg bebte. Henry Rollins stampfte seinen „Liar“ fest in die Tiroler Erde. Ich übergab mich nicht. Erinner mich aber an eine Dixi-Klo-Episode, die ich hier nicht unbedingt preisgeben möchte. Interessant, was dann so hängen bleibt.

„Und sowenig wie ein Gartentischgespräch mit Henry Rollins ein Plausch ist, sowenig ist ein Konzert mit ihm eine das Herz-auf-die-Bühne-werfen-Show.“ lese ich im SPEX 10/1987 und bin zwischen 80er und 90er Jahre hin- und hergerissen. Was, wenn man nicht durch die Tiroler Dorfhölle gegangen wäre? Was, wen man damals schon Zugang zu Medien wie SPEX gehabt hätte. Was, wenn der Plattenladen „Bella“ im 12 Kilometer entfernten Imst Platten wie „The Uplift Mofo Party Plan“ oder „Freaks“ gehabt hätte? Immerhin hatte er „Poetic Champions Compose“ vom „scheuen, komplizierten Eigenartling“ Van Morrison. Aber PULP oder Red Hot Chilli Peppers 1987 (!!!) - no way. „Und was für Freunde hä
tte ich, bzw. würde ich einladen, wenn ich Parties gäbe, auf denen die Red Hot Chilli Peppers spielen?“ fragt sich der Rezensent und was wäre aus mir geworden, wenn ich Freunde gehabt hätte, die mir Platten wie diese damals schon in die Hände gespielt hätten, frage ich mich.
Mehr als nur überrascht bin ich, dass PULP 1987 schon ihr zweites Album veröffentlichten, das sie „Freaks“ betitelten und gerne lernte ich den Kritiker Sebastian Zabel kennen, der darüber schrieb: „Verheultes Pathos eben. Pulp, eine dem Fatalismus ergebene Band. Tendenz furchtbar, aber très charmant.“ Oh Himmel. Oh Pulp. Oh Schl8hof.
Damals sang George Michael „I want your Sex“, U2 „With or without you“, Whitney Housten „I wanna dance with somebody“ und Suzanne Vega „My name is Luka“, im Schl8hof gab's einen Vortrag von Johanna Dohnal, Wolf Biermann und viele andere spielten und ich muss gestehen, dass ich im Bella „You win again“ von den Bee Gees kaufte. So that happened.
„Ich fühle mich inzwischen selbstsicher genug, meine Texte klarer zu formulieren. Früher wollte ich sie regelrecht verstecken.“ sagt der REM-Frontman und ich denke mir: Mein Früher muss ich nicht verstecken und nicht vor mir hertragen. Klar, das Früher hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Wer weiß, vielleicht säße ich jetzt nicht hier im Schl8hof am StaTTschreiberschreibtisch, wenn ich 1997 nicht Henry Rollins live erlebt hätte. „So konstruierte ich hier neu, schrieb ich jetzt, den Anfang der Geschichte, jetzt, der Welt.“, schrieb Rainald Goetz, schreibe ich und Punkt.
In der Liste „Best of nie dagewesen! Hasi!“ in „Peace and Fire. 25 Jahre Alter Schl8hof Wels“ reiht Stefan Haslinger Henry Rollins an vierter Stelle (gleich hinter Nirvana). Ich habe Henry Rollins live erlebt und zwar auf der Bühne im Rattenberger Schlossberg. Ja: Rattenberger Schlossberg! Das war gefühlt 1997. Ich trug dort auf Konzerten und Festivals gerne eine Stoffbadehaube, um meine arschlangen Haare zu bändigen. Die Badehaube des Henry Rollins Konzertes war schwarz mit roten und orangen Längsstreifen. Der Schlossberg bebte. Henry Rollins stampfte seinen „Liar“ fest in die Tiroler Erde. Ich übergab mich nicht. Erinner mich aber an eine Dixi-Klo-Episode, die ich hier nicht unbedingt preisgeben möchte. Interessant, was dann so hängen bleibt.

„Und sowenig wie ein Gartentischgespräch mit Henry Rollins ein Plausch ist, sowenig ist ein Konzert mit ihm eine das Herz-auf-die-Bühne-werfen-Show.“ lese ich im SPEX 10/1987 und bin zwischen 80er und 90er Jahre hin- und hergerissen. Was, wenn man nicht durch die Tiroler Dorfhölle gegangen wäre? Was, wen man damals schon Zugang zu Medien wie SPEX gehabt hätte. Was, wenn der Plattenladen „Bella“ im 12 Kilometer entfernten Imst Platten wie „The Uplift Mofo Party Plan“ oder „Freaks“ gehabt hätte? Immerhin hatte er „Poetic Champions Compose“ vom „scheuen, komplizierten Eigenartling“ Van Morrison. Aber PULP oder Red Hot Chilli Peppers 1987 (!!!) - no way. „Und was für Freunde hä
tte ich, bzw. würde ich einladen, wenn ich Parties gäbe, auf denen die Red Hot Chilli Peppers spielen?“ fragt sich der Rezensent und was wäre aus mir geworden, wenn ich Freunde gehabt hätte, die mir Platten wie diese damals schon in die Hände gespielt hätten, frage ich mich. Mehr als nur überrascht bin ich, dass PULP 1987 schon ihr zweites Album veröffentlichten, das sie „Freaks“ betitelten und gerne lernte ich den Kritiker Sebastian Zabel kennen, der darüber schrieb: „Verheultes Pathos eben. Pulp, eine dem Fatalismus ergebene Band. Tendenz furchtbar, aber très charmant.“ Oh Himmel. Oh Pulp. Oh Schl8hof.
Damals sang George Michael „I want your Sex“, U2 „With or without you“, Whitney Housten „I wanna dance with somebody“ und Suzanne Vega „My name is Luka“, im Schl8hof gab's einen Vortrag von Johanna Dohnal, Wolf Biermann und viele andere spielten und ich muss gestehen, dass ich im Bella „You win again“ von den Bee Gees kaufte. So that happened.
„Ich fühle mich inzwischen selbstsicher genug, meine Texte klarer zu formulieren. Früher wollte ich sie regelrecht verstecken.“ sagt der REM-Frontman und ich denke mir: Mein Früher muss ich nicht verstecken und nicht vor mir hertragen. Klar, das Früher hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Wer weiß, vielleicht säße ich jetzt nicht hier im Schl8hof am StaTTschreiberschreibtisch, wenn ich 1997 nicht Henry Rollins live erlebt hätte. „So konstruierte ich hier neu, schrieb ich jetzt, den Anfang der Geschichte, jetzt, der Welt.“, schrieb Rainald Goetz, schreibe ich und Punkt.
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