Donnerstag, 19. Dezember 2013

Hobbits, Orks und Langenlois

Wer nichts weiß...
Schön langsam habe ich eine Ahnung, wie das Land der Hobbits, Orks, Elfen etc. ausschaut und schön langsam kenne ich mich auch im Kamptal aus.
Das heißt, ich weiß, wann ich aus- und umsteigen muss (Hadersdorf am Kamp) und finde auf Anhieb ins Zentrum von Langenlois, wenn ich am Bahnhof, der zwar wirklich ein Hof ist, also ein mehrstöckiges Haus mit allem drum und dran, in dem aber nichts mehr drin und drum ist. Nicht einmal einen Fahrkartenautomaten gibt es dort, nur nichts und das schaurig. Eine ideale Kulisse für Westernfilme. Für Hobbit-Filme eher nicht, da muss es noch dunkler sein und die Pfade verworrener, steiniger. Steinige Kellergassen und Hohlwege gibt es zwar auch in der Weinmetropole, aber das reicht nicht um als Filmort für den dritten Teil herzuhalten.
Auch nicht für den zweiten Teil von:
Die Pute von Panem. Die Hunger-Games. Diesmal geht es um die Brust und wie immer ans Herz. Schmackhaft (ein Wort, das ich nur erwähne, weil alle Deutsch-Studierenden in Usbekistan es verwendeten, was der Konsumation ihrer antiquierten Literatur geschuldet war).
Und noch ein paar Film Verballhornungen nachgeschossen, Feiertagshomekinotipps mit eingeschlossen:
The Kings Bitch
The Kings Kondom
Kongs Kingdom und - wer eher auf Dokus steht:
Die Viagra-Fälle.
Das sollte reichen - so lange ist das Jahr ja nicht mehr und - wie schon unser gemütlicher Finanzminister Hobbit Spindelegger trefflich zu formulieren wusste, um sich endlich mal wieder ausschlafen und nicht an diesem langweiligen Finanzministertreffen in Brüssel teilnehmen zu müssen - "eines nach dem anderen".
In diesem Sinne: Tu felix Austria - Gute Nacht!

Freitag, 6. Dezember 2013

Bedienung statt Bedrohnung

Als ich heute morgen mein Frühstück von einer Drohne im Nikolokostüm serviert bekam, dachte ich mir – hoppala – da stimmt etwas nicht. Das Frühstück an sich war tadellos. Kaffe: heiß/stark. Brot: frisch/kross. Honig: süß/pickig. Aber ich halt auch müd, matt, morgenmuffelig – ja gar verkatert, verärgert, vergrämt, weil ich verschlafen hatte. Und obwohl ich dank des prompten Drohnen-Frühstück-Services wertvolle Minuten gewann, kam mir denn doch was komisch vor. Bloß was?
Komisch jedenfalls ist ein komisches Wort. Komisch ist eine Mischung aus seltsam und unterhaltsam. Man muss gleichzeitig schmunzeln und sich wundern. Nicht grad erstaunt Kopfschütteln aber schon die Augenbrauen hochziehen und etwas die Augen verdrehen und eben schmunzeln. Schmunzeln ist auch ein komisches Wort: einerseits ein verhaltenes Lächeln, andererseits... – aber das führte jetzt zu weit. Zurück zur Drohne.
Die Drohne war höflich, keine Frage. Sie machte keinen Pieps, surrte nur ein wenig und fuchtelte mit dem Bischofstab. Das schätze ich, vor allem am Morgen. Vielleicht war sie sogar zu höflich?

Überhöfliches Verhalten ist mir ja sofort suspekt. Trällert mir jemand am frühen Morgen so ein überdreht gut gelauntes „Hallllooo“ ins restfett-zerknitterte Gesicht, fahr ich automatisch die Verteidigungswälle hoch. So viel Freundlichkeit in fünf Buchstaben gepresst, da muss Kalkül dahinter stecken. Man kennt das ja, erst ein „Hallllooo!“, und dann ein: „Was darf's sein?“
Jaja, ich kenne das, ich hasse das. Erst Hallo-Terror, dann gleich noch eine Entscheidungsfrage nachgelegt. Aber ich bin resistent dagegen: Wenn mir mein Frühstückswunsch nicht von den Augen ablesbar ist, hat die jeweilige Fachkraft ihren Beruf verfehlt. Kaffee und keine Fragen! Danach bin ich verhandlungsbereit. Aber die Hallllooo-Pest ist allgegenwärtig. Auch in meinem Stammcafé – leider. Aber die Drohne heut morgen – auf Anhieb anstandslos und dann auch noch dieser Bart. Hut ab!

Vielleicht ist die klassische Kellnerei ja das wahre und ideale Einsatzgebiet für Drohnen? Nicht Paketzustellung, nicht gezielter Menschenmord sondern Bedienung.
Auf Wunsch ließe sich sicher ein Grummeln einprogrammieren, um die WienerInnen und TouristInnen nicht zu sehr zu schrecken. Die servierende Grummel-Drohne wäre sicher ein Verkaufsschlager und Publikumsmagnet. Aber warum sucht mich so ein Prototyp heim?, fragte ich mich.
Warum wissen die – ja die, NSA, hat drei Buchstaben, deshalb Plural – warum wissen die, was ich frühstücken will? Warum bin ich unfreiwilliger Proband? Warum macht man mich zum Drohnen-Test-Dummie? Bin ich denen dumm genug?
Wer führt mir da eine Nikolo-Frühstücksdrohne vor der Nase herum und versucht meine Kritikfähigkeit mit Kaffeeduft niederzubügeln?
Wer – verdammt – und warum ausgerechnet mir? Schickt mir lieber einen Staubsaugerroboter – wobei, die sind laut Presse neuerdings suizidal veranlagt, schließen sich mit Induktionsherden kurz und verschmelzen in romantisch-letal-heißer Weise. Schickt mir lieber eine Putzfrau, einen Putzmann, nein, wohl lieber überhaupt eine Frau, einen Mann oder so.

Bin ich womöglich einsam?, schoss es mir nun durch das leicht koffeinerregte Hirn.
Bin ich winterdepressiv? Bin ich mir nicht genug?
Hab ich an sich nicht genug zu tun, um mit mir klar zu kommen?
Brauch ich jetzt etwa noch jemanden dazu? Kann ich mir vielleicht mit einer Frau besser Herr werden? Brauch ich gar einen Mann, um mich endlich wieder mal herrlich zu fühlen?
Oder brauch ich einfach nur Winterschlaf? Will ich ein Bär sein oder bloß ein dickes Fell haben? Eine dicke Haut und eine gute Haut an meiner Seite? Oder genügt ein Flanellpyjama und eine Wärmflasche?

Schickt mir eine Heizdeckendrohne mit Schnapsfässchen!, schrie ich in den Lampenschirm. Man meint ja immer, die Überwachung käme von oben.
Nein, schickt mir einen Menschen, einen Kuschelmenschen, legte ich nach. Schickt mir Liebe, Wärme und einen Kuschelmenschen mit Frühstücksbox.
Das wäre doch ein Job für die kalte Jahreszeit: Frühstücksbox-Transporteur mit inkludiertem Kuschelservice. Füllige Damen und bärtige Herren bevorzugt. Und wenn der Bart schön kultiviert wird, lässt sich der Frühstücksbox-Transporteur mit inkludiertem Kuschelservice sogar zum bummeligen Weihnachtsmann bzw. die Damen zum Christkindl umrüsten.

Ui! Umrüsten – da wären wir wieder beim Drohnenthema. Bei der Bedrohnung, die mich heute am Frühstückstisch in tückischem Tarngewand heimsuchte, die mich aber nicht überzeugen und für sich gewinnen kann. Ich steh auf Menschen und seien sie auch noch so grantig. Und ich steh auch auf überraschende Enden. Oder um es etwas hiphoppiger zu sagen:
Ich verzichte auf eine Schluss-Punchline – ich zieh mir lieber noch einen Schuss Punsch rein!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Adventkalenderersatz

Nein, nicht täglich was Süßes. Täglich ein Schimpfwort - ab sofort:

Schimpfwort-ABC

Du altersschwacher Abwaschschwamm
Du bröseliger Butterknödel
Du Chlor-Chemie-Tamtam

Du dreister Dünndarmdübel
Du ellenlanger Eumelerpel
Du falsches Flaschenübel

Du grausiger Grindgrammel
Du habertatschiger Hallodri
Du ignoranter Irrsinnsbammel

Du jammernder Jähzornschädel
Du Kotzkotwurst
Du leidiglausiger Lindwurmtödl

Du matschiges Muttersöhnchen
Du neidisches Nesthäckchen
Du ooops Tönchen

Du prallvollblöder Prolet
Du qualvoll Quatschkopf
Du rücklings Restlexeget

Du schrumpeliger Schnapsschnösel
Du totaler Turbotrottl
Du unkrautiges Uselösel

Du vollversaut Verhau
Du weinerliches Weh
Du XYZ Au!

Dienstag, 26. November 2013

I say no-no-november

Herrscht in Österreich auch Sargpflicht? In Deutschland herrscht ja Sargpflicht. Ich frag nur. Weil November ist ja dann doch das Monat der Vergänglichkeit, Verwesung und des Todes im allgemeinen.
Im November such ich das Leben auch mehr als sonst.
Wie sehr einem das Leben erst gehört, nachdem man es erfunden hat. Hat mal wer gesagt.
Was soll denn das heißen?
Naja, dass man sich selbst erfinden nicht finden soll. Quasi Fiktion statt Depression.
Lebensfröhlichkeit statt Grabesstimmung.
Gute Laune statt Raunzgeraune.
Grün-Dübel statt Grund-Übel
Frisches Gemüse statt Fertiggerichte.
Das auch?
Ja, sicher. Fertiggerichte. Klingt ja vollkommen tot.
Auch Sex statt Wichsen?
Sicher.
Dann bin ich auch dafür.
Ich auch.
Ich auch.
Ich auch.
Na dann los.
Trau mich nicht.
Ich auch.
Ich auch.
Ich auch.
Also nicht.

Montag, 11. November 2013

Bielefeldversuche 2013

Erdgasbus ist ein schönes Wort. Bielefeld nicht unbedingt eine schöne Stadt. Wir kommen an und es ist Hochzeitsmesse – das passt mir gut – HEIRATEN schön trinken – ist gerade eben rausgekommen und ich hab welche dabei. Die Hochzeitsmesse ist in der Stadthalle und die direkt neben dem Bahnhof. Das ist praktisch. Unpraktisch ist, dass die Toilettenbenutzung ohne Verzehr im Rentnercafé 50 Cent kostet, im WC-Center am Bahnhof muss man sogar 1 € fürs Wasser lassen berappen. Wasser kommt aber eh auch kostenlos von oben – es regnet. Ein herzlich warmer Empfang ist das nicht. Also ab ins Taxi.
„Was es nicht alles irgendwie gibt“, sagt der Taxifahrer auf meine Erklärung der Poetry Slam Meisterschaften. Wo das Theaterlabor ist, weiß er nicht. Ich weiß es auch nicht. Ich weiß überdies nicht, ob er mich nur nicht verstanden hat, weil ich Labor mit langem o ausgesprochen hab'. Ob wir die Laboor/Laabor-Grenze bereits überschritten haben, ist mir nicht klar. Von Poetry Slam hat der Taxifahrer jedenfalls noch nie was gehört. Er spielt Tennis.
Auf der U-Bahn-Anzeigetafel steht „sofort“, auf der Pizza ist Schmand, die Bestellung „Soda Zitron“ löst Verwunderung aus und überall stehen Parkhäuser. Als Kind hab ich mir tatsächlich mal ein Parkhaus gewünscht und es vom Christkind dann bekommen. Es hatte drei Etagen und einen Aufzug zum Kurbeln. Drei Etagen gut und recht aber bitte in den Untergrund!

Montag, 4. November 2013

Pimmel auf Beinen

„Der Protagonist“ von Luigi Malerba
Rom als Kulisse und das Ich ein Penis, dessen Boss Funkverkehr pflegt und es mit Elisabella und Isabetta, den reschen Zwillingsschwestern aus Orvieto, die sich für etruskische Kultur bzw. die alten Lateiner interessieren, zu tun bekommt.
Aber nicht nur sie, vor allem die Obrigkeit wird vom Boss gefickt, Entschuldigung. Bronzestandbilder, Mumien im Vatikanischen Museum und die größte norwegische Walspalte. Pfaffen spuckt der Boss auf den Kopf und wenn er zornig ist, geht er ins Umland und sät. Elisabella wartet inzwischen seitenlang in seiner Höhle und das Ich reckt sich als Antenne in den römischen Himmel. So werden Verbindungen aufgenommen, Verabredungen getroffen – der Boss treibt's bunt und schießt rund um sich. Elisabellas Liebe geht bis in den Tod. Sie bringt sich um, in der Hoffnung, dass er sie dann nimmt. Das bringt ihn in Erklärungsnotstand der Polizei gegenüber.
Doch die Steile Spitze (so das Lehrbuch) und die Zinnoberspalte Elisabellas sollten nicht mehr zusammen kommen. Es endet als einsames Spiel. Seine Hände würgen, ruinieren das Ich und dirigieren ihn zum Hinteren Mittelpunkt. Er will sich selbst ficken, Entschuldigung.
Der Titel wäre: Die duftende Maus bleibt unerreichbar.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Hinreißend

Meine Bankberaterin bastelt gern
"Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" von Tilman Rammstedt ist ein Roman, den man gerne selbst geschrieben hätte. Tolle Idee, tolle Ausführung, großes Kino!
Das Buch besteht aus Mail an Bruce Willis und Miniaturen über den ehemaligen Bankberater, die gleichermaßen skurril wie poetisch sind.
Der Autor bittet Bruce Willis, eine Rolle im Buch zu übernehmen. Der meldet sich nicht zurück, aber die Geschichte nimmt ihren Lauf. Der ehemalige Bankberater gerät ins Schlamassel und wenn Bruce Willis nicht einschreitet, schaut es schlecht aus.
Schlecht geht's auch dem Autor. Der hat an allen Fronten zu kämpfen, muss schauen, dass auch eine Katze eine Rolle im Roman spielt, um die Katzen am Cover zu rechtfertigen und die Melancholie seines ehemaligen Bankberaters setzt ihm auch zu.

Bei einem denkbaren Banküberfall würde der natürlich verletzt und landete im Gefängniskrankenhaus, Rammstedt und Will aber gelänge die Flucht. Allein die Lustlosigkeit des verletzen Action Helden strapaziert die Phantasie des Autors. Der tote Hund ist mit von der Partie (aber der ist leider keine Katze) und der finale Gefängniseinbruch samt Tunnelgrabung hat natürlich so nie stattgefunden, ist aber herrlich irre und ein metafiktiver Höhenflug.
Dass das alles klappt - auch über knapp 200 Seiten - und zudem sowohl zart humorvoll als auch literarisch verschmitzt-gewitzt ist, macht die große Kunst dieses hinreißenden Romans aus. Formal experimentell und exzeptionell gelungen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Weichselbäder im Wodkadunst


Gut, der Kulturpalast stand da auch schon bei meinem letzten Besuch. Stalinstachel wird das Ding noch immer gerne verächtlich genannt. Ist halt ein Vermächtnis Stalins und nicht recht gemocht.
Beeindruckend schaut der Koloss noch immer aus. Obwohl er mittlerweile von vielen Wolkenkratzern umgeben ist, die allerdings alle etwas billig ausschauen. Da dürfte dann doch oft noch in der Oberflächengestaltung gespart worden sein.

Der Liebeskind-Bau wurde sogar - krisenbedingt - eine Zeit lang eingestellt.
UWAGA bleibt mein polnisches Lieblingswort, vor allem deshalb, weil ich es aussprechen kann. Tak geht auch und wenn man das Tschechische überzeugt anwendet, klappt das schon auch.
Endlich gelüftet hab ich das Geheimnis, warum der polnische Speisewagen WARS heißt. Laut Legende stammt der Name Warschau nämlich vom Fischer Wars und seiner Frau Sawa, denen eine Nixe ans Herz gelegt hatte, an der Weichsel eine Stadt zu errichten.
Diese Nixe ist ziemlich präsent in der Stadt. Gegen Nixen gibt's ja echt auch nichts zu sagen. Nichts zu sagen gibt es auch über die Unterbringung, die mir das Österreichische Kultur Forum angedeihen ließ. Polonia Palace Hotel. Mein Reiseführer führt das Hotel in der Kategorie Luxusklasse und behauptet:

"Eines dieser Hotels, in denen man einen Salon mieten kann, die Harfe für die Hintergrundmusik steht bereit (...) ein Frühstücksbuffet für Könige."
Wenn Könige Wodka zum Frühstück trinken, stimmt das sogar. Das heißt, es gab wirklich alles zum Frühstück und ich fühlte mich fast etwas ausgeschlossen, weil ich zum Frühstück nichts Alkoholisches trank. Das mit der Harfe möchte ich auch leicht revidieren. Das an dieser Stelle schön öfters thematisierte Hintergrundmusikproblem ist nämlich vor allem eines von Hotels der gehobeneren Klasse.
Von Harfe keine Spur aber das Saxophon und seine Hitnivellierung allgegenwärtig. Ich sag nur: nicht meins aber in der Früh war ich eh noch benebelt und sonst ja nicht viel im Hotel. Ich hatte ja zu tun - quasi Dienstreise.
Wir Reisepoeten sind ja immer im Dienst.
9. Spoken Word Festival in Warszawa
.

Freitag, 4. Oktober 2013

Körperherbstbefindlichkeiten

Die Augen tun so,als hätten sie nicht genug Schlaf gekriegt, brennen ist zu viel gesagt, vielleicht sind  bloß die Augäpfel etwas aufgeschwollen und wollen raus aus ihrer Höhle, weil's dort zu feucht, kühl und dunkel ist.
Der Hals stellt Schalforderungen und appelliert gegen Ausschnitte. Die Zehen machen einen auf tiefgekühlte Spinatzwutschgerl und vom Schuhrand bis zum Hosenstulp ringeln sich zwar Socken aber die Knöchel scheinen das nicht zu spüren, die wollen offenbar mehr: Wolle oder gleich Leder.
Sogar die Kniescheiben spielen sich cool-beleidigt in den Vordergrund. Dafür glühen die Backen übetrieben. Ob das mit den Augäpfeln zu tun hat? Jedenfalls ist der Kreislauf gestört.
Der Rumpf hat die Schotten dicht gemacht und ist bereit, Füße und beine zu opfern. Ob das kein Fehler ist? Auf welcher Seite ist die Blase? Die könnte Probleme bereiten. Tee hat jetzt ja Hochsaison. Ach, wenn bloß alle so genügsam wären wie die Schienbeine. Die haben zwar auch kalt aber mucken nicht. Die sind schon froh, wenn sie nicht getreten werden.
Den Fingern muss an dieser Stelle mal ein Lob ausgeschrieben werden. Die sind ja Tag und Nacht allem ausgesetzt und schrunden nicht mal. Im Bauch- und brustbereich schnurrt alles zuverlässig. Der Magen hat nichts gegen Schlechtwetterzuschläge, knurt aber nicht.
Den Haaren in Nase und Ohren behagt das Klima sogar, die spriesen regelrecht und sichtlich. Zwischen den Augen ein Schuppenfeld aber die Nasenflügel gut gefettet. Barthaareinzelgäger an verwegenen Stellen und Lippen in spröder Abwehrhaltung.
Oktober: eine Ganzkörpererfahrung.

Donnerstag, 29. August 2013

Venedig klotzt

Ein Hoch auf die Seppia-Nudeln und auf die Food-Art!
Sandra Bullock und George Clooney schweben auf der Leinwand und eröffnen die Filmfestspiele aber ich bin auch in Venedig!
Vor den Giardini parken die Luxusliner.
Die Gondolieri rühren ihr Ruder. Taxis pfitschen vorbei.
Dazwischen tuckern Lastenboote (da ein Sarg, dort ein paar Bierfässer). Fähren flößen Respekt ein. Flugzeuge streifen im Steilaufflug diverse Campanili.
Die Wolken spielen verrückt.
Die untergehende Sonne gibt eine Lichtshow.
Irgendwo regnet's und Blitze durchzucken die Szenerie.
Die Haltestellenplattform schwappt, im Schiffsbauch gurgelt's bedenklich und das Meer braust nicht auf, es gischtet ein wenig und gibt sich klarer als erwartet.
Der Lido ist nah, Möwen mögen Semmel und bei all den tollen, frei zugänglichen Biennale Pavillions sind mir die Filme samt Stars herzlich egal.