Donnerstag, 28. Oktober 2010

Suppensack


"Super Suppe" müsste auf slowenisch eigentlich
"Juhui Juha" heißen
Wobei "Juhui" zugegebenermaßen mehr ein
Begeisterungsausruf ist
als ein Adjektiv
Aber Sprachspekulationen anzustellen
muss erlaubt sein
Und hier sehen wir
Eine Pimmelwurst mit Sack im Darm
Eine Fersenfußwurst mit Bürzel
Eine Kühlvitrine mit allerlei Innereien
und all das in der Galerie mitten im Zentrum Ljubljanas
Martes Bathori heißt der Gute
In pork we trust - Utopia Porcina
die Ausstellung
Lecker!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Hosenbundraffer

Das ist das Rathaus von Ptuj.
Da standen am Sonntagabend so richtige Fernsehübertragungswägen
mit großen Schirmen, Leuchtdiodenspektakel und allerhand Pling-Pling
Bürgermeister Stichwahlen
Weiß noch nicht, ob der Richtige gewonnen hat
Hab mir von beiden Kugelschreiber schenken lassen und von einer Seite auch einen
neongelben, reflektierenden Hosenbundraffer (quasi Anti-Hosenkettenfress)
Einer hat einen Schnauzer und der andere keine besonderen Merkmale

Dienstag, 26. Oktober 2010

Reputationsdesaster


Sie ist nicht sonderlich rühmlich
die Reputation Österreichs
im Ausland

Fritzls
allerorten

Und als ich mich neulich
in einer Bar
als Österreicher zu erkennen gab
bekam ich zwar ein Bier spendiert
musste aber für den Rest des Abends
Heil-Hitler-Grüße über mich ergehen lassen

Nicht lustig!

Foto: Lubljana (Uninähe)

Montag, 25. Oktober 2010

Thermoskanne meets Kittelschürze

Das Zimmer ist des Autors Schreibzimmer und war früher das Reich von Onkel J um den es in diesem Roman geht. Das Haus riecht nach dem Silagegeruch Js. Im Keller die eingebildete Werkstatt des Onkels. Da werkelt und schraubt er zwar rum, macht aber eigentlich nichts, denn hauptsächlich ist Onkel J ein Idiot, eine Zangengeburt, von Geburt an zurück geblieben, zeitlebens ein Kind, zu Schulzeiten das Opfer und auch das Erwachsensein wird ihm nicht leicht gemacht. Onkel J darf nicht im elterlichen Betrieb arbeiten (sein Vater züchtigt ihn mit dem Lederriemen und mag ihn nicht recht). J arbeitet bei der Paketpost in Frankfurt.
In Frankfurt das Paradies (Frauen!) - zuhause das Gesetz!

J ist fasziniert von technischen Dingen, beobachtet gerne Baustellen, Heino und sein VW Variant (den er vorwiegend dafür hat, um Botendienste für die Familie zu erledigen) machen ihn glücklich und im Wald oder in einer Wirtschaft fühlt er sich wohl. Dazugehören ist die Sehnsucht seines Lebens und wenn er in diversen Gasthäusern einkehrt und anderen etwas zahlt, fühlt er sich dazugehörig. J spricht in der „Wetterauer Geniesprache für eingebildete Ingenieure“ (S. 27). Das heißt, er hat ein Faible für Superlative, würde gerne Fachsimpeln können, ist aber nichts weiter als die „Wunde der Familie“.

Heimatfilme und Bergrettung, Jäger und Frauen sind die großen Leidenschaften des Onkel Js, dessen Leben neben der Sehnsucht auch von der Ehrfurcht geprägt ist und vom Warten. „Immer hatte er gewartet. War niemand da, war er wie abgeschaltet, ausgenommen im Keller, ausgenommen im Wald,“ (S. 61)

Andreas Maier stellt sich einen Tag im Leben seines Onkels J vor und bricht seine Beschreibungen immer wieder mit der Thematisierung seines Tuns. „Ich stelle mir vor...“ Und dadurch wird eine ganz eigene Atmosphäre geschaffen. Eine besondere Nähe zwischen Erzähler und Figur. Das ist zwar ein simpler aber äußerst wirkungsvoller Trick. Er wählt einen Herbsttag im Jahre 1969 blickt vor und zurück und kommentiert gleichzeitig die gesellschaftlichen Veränderungen. Es ist dies die Zeit des „großen 'noch'“. Man rauchte noch – immer und überall – man trank noch – so gut wie immer und überall – beides gerne auch in der Arbeit. In die Arbeit ging man noch mit Brotzeitdosen und Thermoskannen. Die Frauen tragen noch Kittelschürzen, die Kinder schlachten Meerschweinchen und auf der Kaiserstraße kommt langsam richtig Verkehr auf, sodass alle auf einmal an das Wort „Ortsumgehung“ denken müssen (So lautet übrigens auch der Arbeitstitel eines groß angelegten Zyklus. Das Zimmer ist davon der erste Teil.).

Es wäre leicht, diese Onkel Figur verächtlich darzustellen, so wie es für den Erzähler und seinen Bruder leicht war, den Onkel zur „Weißglut“ zu bringen, doch Andreas Maier liegt vielmehr daran, den Choleriker, Stinker und Kellergeist den Lesenden so näher zu bringen, dass ihn diese mit Fortlauf der Geschichte regelrecht lieb gewinnen müssen. Denn wirklich große Dummheiten begehen ja andere. Maier hebt die Gemeinsamkeiten zwischen Onkel und Erzähler hervor, beide Außenseiter im Dorf, beide naturverbunden. Darüber hinaus geht es in Das Zimmer um die Brutalität der menschlichen Natur, um die sukzessive Zerstörung der Heimat und Umwelt und dass Onkel J da nicht mit macht, ist eine seiner großen Qualitäten, da ist er frei von Schuld. Wenn denn Heimatdichtung als Genre eine Belebung notwendig haben sollte, dann bitte so!

Andreas Maier: Das Zimmer (Suhrkamp 2010)

Pragersko-Vertäfelung

„Hinweis: Längerer Aufenthalt“ steht dezent bei den Fußnoten auf dem Fahrplanauskunftsausdruck. Fürwahr, fürwahr: Ankunft Pragersko 15Uhr58, Abfahrt Pragersko 19Uhr40, Ankunft Ptuj 19Uhr53. Kein Scheiß! Mein Reiseführer kennt Pragersko nicht, im Internet findet man keine Unterkunftmöglichkeit, es ist ein Bahnknoten, das weiß ich, da zweigen sie ab all die Züge, in alle Richtungen nur nicht in meine. Will denn gar niemand nach Ptuj? Keine Busverbindung, kein Taxi, 3Stunden40 Bahnhofskneipe Pragersko. Ein krönender Wochenabschluss.

Was hab ich denn verbrochen? Warum mir? Warum hier?
Dass sich der Musikgeschmack der Lokalbetreiberin nicht mit dem meinen deckt, brauche ich glaube ich nicht näher erläutern und es fällt mir schwer, in der vermutlichen Einmaligkeit mehrere Stunden hindurch slowenische Schlager- und Dancefloorknaller hören zu dürfen, etwas Positives zu sehen. Ich werde mich den Gegebenheiten fügen und einfach brav Bier trinken. Vielleicht vergeht die Zeit so ja etwas schneller.
Zwei Stunden später.
Hab jetzt lang auf die Wandvertäfelung gestarrt und ins Glas geschaut. Tadellose Vertäfelung. Tipptop. Das Glas ist von Fruchtfliegen umschwirrt, das gibt auch was her. Bemerkenswerte Tiere diese Fruchtfliegen. Jaja, Langeweile kenne ich nicht. Ich hab ja mich.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Flausenkreislauf

Es herrschte hochkonzentrierte, gespannte Beiläufigkeit.
Da plötzlichte etwas in den Raum, was erst nicht auszumachen aber schließlich auch nicht abzustellen war.

Eine Aporieattacke in Camouflage, an Unwägbarkeiten kaum zu übertreffen, weil überdies gepaart mit apodiktischer Arroganz.
Das Ziel war von vornherein am Ende, ans Erreichen nicht zu denken.
Man hätte kotzen mögen, ob dieser verzwickten Lage.

Die Hoffnung auf Glimpflichkeiten dahin, Verlässigungen und Verlockerungen schwer vorstellbar, unzulängliche Verbalverbreiterungen nicht auszuschließen.
Da kann man Fährnissen noch so nicht abgeneigt sein, derartig In-den-Rückenfälle sind dann doch keine Quisquilien für die leichte Schulter.
Quitten und Granatäpfel, Quarkquellen und Grammelschmalz, sind als Vorläufigkeitspräparat durchaus adäquat, Soldat, ließe sich dazu sagen, kennte man Soldaten.
Und ein Handschmeichler im Hosensack hilft immer, ja, ein Handschmeichler gehört heutzutage in alle großen Hosensäcke.
So wie in jeden Kopf Flausen rein und aus jedem Kopf Flausen raus müssen.
Das ist der natürliche Flausenkreislauf, gegen den kommt man nicht an, das sind höhere Mächte, dem muss man sich ergeben, um irgendwie zu einem Schluss zu kommen.

Sonntag, 17. Oktober 2010


Zugfahren in Slowenien ist lustig.

Neulich war ich in Ljubljana. Davon bald mehr. Einstweilen: Winke-winke!

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Verstandnuss

Kühe werden in Ställen gemolken, geben dort ihr bestes her. Mich melkt mein Netbook, ein Kaffeehaustisch ist mein Brutkasten und ein Café in Ptuj mein aktueller Tippstall.
Produktives stottern und wortabtasten, permanentes Gestaltwandeln, hergeludert, hingeballt. Mein Rumpfkarpfen ist fett, es wird wohl Weihnachten werden.
Mein Kopf ist eine Saubohne, mein Schwanz ein Schmalzpinsel, komm her, Wamselkanne! Amelie seilt Perlschnursabber ab, passt genau so gut hier her wie aparte Dattereien einer Sprachrüstung mit Schmettergestell und Panikfratze. Überrascht von den drolligen Rüstigkeiten einer Wortwummse mit Schnippelgrips und Krümelpoetologie? Nicht. Oder? Wer knackt meine Verstandnuss? Eine Wusstseinsmachung im Türsturz der ästhetischen Bandscheibenvorfälle schieß ich jederzeit aus der Titanhüfte. Andersrote Blauäugigkeit oder keine Schwarzweißprahlerei liegt mir fern. Ferner Verbale Pentimenti (das sind Übermalungen, die früheren Farbschichten sichtbar belassen, lehrt der Kunstgeschichtsführer). Dann plötzlich schreibt mir mein geistiges Auge die Wörter Schnürschuh mit Gamsbärten vor, und ich weiß nicht, wo diese Kapitalhirschkarambolage herrührt. Zu Hülfe, fleh ich! Und was hör ich? Jenun, wenn dem so ist, dann mach ich doch heut einen auf Rettungsboje in der Kummerbucht, die einen Leuchtturm mit Schwarzlicht sucht. Auf-, nicht einlaufen und Schnauze halten ist erwünscht. In diesem Sinne: Klappe zu!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Tobogan

Habe mir einen 10er Block für das Thermalbad zugelegt. Damit ich es schön warm habe, wenn es kälter wird und es wird schon. Nun möchte ich nicht weiter über einen herkömmlichen Badbesuch berichten, es gibt Schwimm- und Sprudelbecken genug, in der Sauna zieht man sich nicht aus, was bedingt dadurch, dass ich keine Brille auf habe anfangs skurrile Bilder in mir erzeugte, da ich das, was die Person auf der Brust hatte als Behaarung ansah und mich zwar über die außergewöhnliche Wölbung wunderte aber eben erst nicht registrierte, dass das ja Verhüllstoff. Nun ja. Die Rutsche jedenfalls heißt Tobogan und hat speed. Und nach Badebesuchen träume ich dann recht eindrücklich. Versuchtes Traumprotokoll respektive gefundene Wörter für einige Traumbilder der vergangenen Nacht.

Ich solle eine Liegestuhlstützregatta ins Leben rufen. Das sei ein sportnaher Wettbewerb bei dem man sich bäuchlings auf einen klassischen Hallenbad Liegestuhl zu positionieren habe und dann durch Wippen erreichen müsse, dass sich der Stuhl in den Entspannungsstand begebe. Worauf man sich dann mit eleganter und kräfteschonender, synchroner Armbeugestreckbewegung möglichst sanft wieder in den Aufrechtstuhlstand zu schubsen habe. Zu vermeiden seien laute Bodenaufschlaggeräusche der Gumminoppen, zu trainieren die Bauch- und Gesäßmuskeln sowie jene der oberen und unteren Extremitäten. Fortgeschrittene setzten sich einen Schuldschindelnimbus auf, was natürlich ungemein sanftere, kontrolliertere Bewegungen erfordere. Ein Hohlkreuz ist von Vorteil.
Macht alle mit, die Liegestuhlstützgeratta macht fit!

Ach ja, das Foto.
Das Foto würde ich "Floral-geometrische-Blumentrogimpression" nennen.

Tabu tabula rasa


Bei meinen Streifzügen durch die Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum sind mir seit Sommer vier auffallend kantig, aufwändig bibliophil gestaltete und äußerlich unverwechselbare Bücher ins Auge gestochen. Haptisch erinnern diese an bereits ziemlich erfolgreich vom Fortschritt gefressene Videokassetten aber sie sind schwerer, liegen gut in der Hand und die Vermutung liegt nahe, dass hinter dem Verlag für Literatur „seccession“ alte Profis stecken dürften. Also nichts wie rein in „Mein Leben in Aspik“ dem Debütroman von Steven Uhly.

Man kann dieses Buch an einer beliebigen Stelle aufschlagen, daraus vorlesen und man wird sich prächtig unterhalten. Das ist eine große Qualität und auf jeden Fall ein Verkaufs- und auch Kaufargument für „Mein Leben in Aspik“. Der Held der Geschichte wird von seiner Großmutter „Jungchen“ genannt und dieses Jungchen macht alles, was von ihm verlangt wird und nimmt auch alles hin. Eine tragische Figur, ein Opportunist, wie er im Buche steht und wie wohl so viele, die für die jeweiligen politischen Entwicklungen verantwortlich waren und sind.
Wir verfolgen die „Entwicklung“ des Helden in etwa von den 1960er bis in die 1990er Jahre. Als Kind wurde er von den Erzählungen seiner Großmutter geprägt und gleich gehörig verstört. In der Liebe ginge es darum, wer das Sagen habe und böse Menschen müssten schon mal gewaltsam um die Ecke gebracht werden. „Sie ist schon sehr wild, meine Oma, dachte ich (...)“

Die Oma deckt schamlos auf, wer in der Familie mit wem was hatte und das nimmt inzestuöse Maße an, die man nicht einmal bei den Habsburgern oder in diversen geheimen österreichischen Kellern kennt. So ist beispielsweise Natascha Jungchens Schwester, Tante und Frau. Jungchen macht sich eh so seine Gedanken, zieht nur keine Lehren daraus.

„Meine Familie erschien mir wie ein Strudel, der mich rückwärts in die Vergangenheit zog, je mehr ich erfuhr. Was würde mein Vater und meine Schwester erzählen? Natürlich war ich sehr neugierig, zugleich aber überkam mich eine unbestimmte Angst vor neuen Abgründen.“ (S. 27)
Abgründe ist ein wichtiges Stichwort, Abgründe und das Drehen an der Realitätsschraube, davon lebt der Text. Das macht ihn skurril, witzig und herrlich durchgeknallt. Man kann sich in der ersten Hälfte des Buches oft kaum halten vor Lachen. Stilsicher geschrieben, scharfe Dialoge mit jeweils wertvollem Hintergrundpersonal oder -geschehen, das dann lust- und effektvoll mit dem Gesagten zusammenprallt und Humorfeuerwerke ergibt.
Inhaltlich ist „Mein Leben in Aspik“ ein hakenschlagender Parforceritt durch die Zeitgeschichte und in die Tiefen der menschlichen Existenz. Hier werden Tabus gebrochen, wird auf Werte geschissen und das traditionelle Weltbild aber schon so was von aus den Angeln gehoben, dass es eine reine Freude und wahre Lust ist, dem Helden weiter auf seiner Irrfahrt durch sein Leben und in die Vergangenheit seiner Familie zu folgen.
Doch irgendwann, und es lässt sich gar nicht einmal genau sagen wann, hat man das doch satt. Die Inzestverwicklungen sind es nicht, da ist mir als Österreicher doch nichts fremd, was möglich ist und da kann man schon froh sein, dass in Jungchens Familie keine Tiere im Spiel sind. Auch die Gefängnisepisode und die Familienzusammenführung am großen, runden Tisch im Indischen Restaurant, deren Folgen hier aus Spannungsgründen nicht verraten seien, nimmt man gerne hin und lacht sich ins Fäustchen, dass die Geburt von Schantal Maria José (und dass sie so heißt) ein Massenspektakel auf einem Bürgersteig ist, ist ebenfalls ein humoristisches Highlight, dass Geld nie eine Rolle spielt, weil der Opa eine große Nummer im Pornobusiness war, soll auch sein, dass sich der Vater dann plötzlich als die Rotlichtfigur Nummer eins in Berlin entpuppt und Jungchen in einem seiner Etablissements zum Barkeeper wird, weil er nun ja Vater ist, und auch Geld nach Hause bringen muss, ist dann aber vielleicht langsam genug des Immernochschlimmer.
Doch Jungchen wird selbst noch zum Zuhälter (ein braver), muss schließlich (weil auf der Flucht vor den bösen Zuhältern) untertauchen und wird so zum Obdachlosen, der dann bald mal durchdreht und seine Zehen verliert. Irgendwann ist da keine überdrehte Realitätsschraube mehr, sondern ein anything goes, das von nichts mehr zusammengehalten wird außer von den Lügen aller. Weil gar alles möglich ist, ist einem als Leser halt auch allmählich alles ziemlich egal.

Freilich posaunt die unermüdliche Oma zwischendurch: „Und lass dich nicht irre machen. Das leben ist verrückt, es kommt nur darauf an, dass du es nimmst, wie es kommt.“ Das macht Jungchen, denn da seine Frau im Koma liegt, nimmt er sich eine andere: It's „Karma“. „War ich eine Art Superödipus?“ fragt sich Jungchen und „War das nicht alles lachhaft?“ Ja, eh. Und daran kann auch die Suche nach dem wirklichen Großvater (den Jungchen ja in Visionen des Öfteren vor Augen hatte) nichts ändern.
Das „Nazi-Schwein“ das als Jude in München lebt, vollbringt das von Jungchen Vorausgesehene, der Schluss funktioniert auf bewährt postmoderne Art (und sei hier auch nicht verraten). Was bleibt, ist allerdings ein komisches Gefühl.

Ja, anfangs viel gelacht und dann vielleicht zu viel erwartet? Ja, es geht um das Lügen und Verdrängen von Dingen und ja, es ist mir klar, dass gezeigt werden sollte, dass diese irren Zustände nur deshalb möglich wurden, weil die Großelterngeneration eben auf Teufel komm raus (und der Teufel ist in diesem Fall das Beschriebene) gelogen hat. Vielleicht sollte man dieses Buch einfach nicht in zwei Tagen sondern häppchenweise lesen, denn den Faden kann man nicht wirklich verlieren und Unterhaltung kann man immer gebrauchen. Wieder zur Hand nehmen und passagenweise lesen, werde ich es bestimmt. Empfehlen kann ich es nun, da ich meinen Zwiespalt dargelegt habe auch.
„Mein Leben in Aspik“ ist ein Buch, über das man lachen und sich Gedanken machen kann. Ob man beides tun soll, weiß ich nicht.