Montag, 24. November 2025

Bisi Belle Hulli Anna

and 8 hours for books & coffee
Sonntag in Delhi. Die gestrige achtstündige Tour durch die Stadt muss ich erst verdauen und verschriftlichen. Heute ging ich es etwas gemütlicher an und habe mich der deutschen Kollegin und dem ukrainischen Kollegen angeschlossen. Wir uberten in die Stadt und hatten ein klares Ziel: Kunsthandwerksmarkt. Ich bin ja bereit, alles mitzumachen und freue mich, wenn wer das Ganze in die Hand nimmt und ich einfach zwischendurch für Unterhaltung sorge. Zwar ist das mit dem österreichischen Schmäh auf englisch nicht immer ganz so einfach, aber einer von dreien funktioniert dann doch. Keine ganz schlechte Trefferquote. Jedenfalls war das ein Markt, bei dem Eintritt zu bezahlen war, was ja schon einiges aussagt. Natürlich für "Foreigners" wieder das Zehnfache, so wie bei den Sehenswürdigkeiten. Ist schon okay. Die reichen Einheimischen allerdings könnten durchaus auch ordentlich zur Kassa gebeten werden. Aber da ist das österreichische Steuersystem ja nicht anders. Jedenfalls war mit dem Eintritt besiegelt, dass sich nur Touris durch die Standreihen schoben. Dass wir einkaufswillig waren, war klar. Waren wir doch bei den Allerersten und kamen noch in den Genuss des Angebots: "First customer today - special price, just for you". 

Ein Kaschmirschal für mich, ein Pashminaschal für Doris, zwei Hemden und ein Notizbuch für mich, das ich dann auch gleich eröffnete, weil eins ist schon voll und will demnächst ausgewertet werden. Ob der Pashminaschal wirklich aus Pashmina ist, was weiß denn ich. Will ich der Changthangi-Ziege ans Unterfell - an sich nicht. Es fühlte sich wunderbar fein und leicht an - also was soll's. Vertrauen ist gut, Kontrolle kann ich nicht besser. Der Kaschmirschal hat Kuschlefaktor 5000 und ist voll in meinen Farben, auch da vertrau ich voll, dass das Edelhaar ist. Zwar fiel da und dort das Wort "sheep", aber nach Schafwolle wie ich sie kenne, fühlte es sich nicht an, also was kratzt's mich?
Der Händler nannte einen Preis, ich reagierte empört, er fragte, was ich den bieten wollte, ich sagte die Hälfte, er nahm den Taschenrechner zur Hand und tippte 2500. Ich wog kurz ab und willigte dann ein. Beide happy und dem Verhandlungsritual genüge getan. Natürlich habe ich noch immer viel zu viel bezahlt, wahrscheinlich wäre 1500 auch möglich gewesen. Aber 2500 war mir der Pashminaschal auch wert, ist ja für Doris und wenn sie das jetzt liest, freut sie sich sicher schon. 
Der Changthangi-Ziege ist mit dem bezahlten Preis wahrscheinlich nicht mehr geholfen als mit einem höheren oder niedrigeren - aber erneut: das juckt mich grad nicht. Mich juckt's langsam eher in der Nase, in den Augen und in der Gurgl. Weil der Delhi-Smog hat es schon in sich. Ich werde sogar den Ausflug nach Agra zum Taj Mahal streichen, weil der Spanische Kollege, der gestern dort war, berichtete, dass der Tempel kaum zu sehen gewesen wäre und die magere visuelle Ausbeute die insgesamt acht Stunden Fahrt überhaupt nicht gerechtfertigt hätte. No Taj Mahal für mich, hab ja schon andere Mogul-Tempelanlagen gesehen, aber dazu später.

Does literature respond to the anthropocentric
view and help develop a post-humanist conception
that emphasizes the intrinsic value and inter-
connectedness of all life forms?
    
Nach dem Shoppingerlebnis tauchten wir in die Unterwelt ein. Meine erste Metro-Fahrt in Delhi war angenehmer als erwartet. Beim Eintritt gab es zwar Sicherheitskontrollen wie am Flughafen aber die Bediensteten waren weniger streng. Zwar piepste es ordentlich bei mir, mein Schweizermesser aber wurde mir nicht genommen. Dann ging es sehr tief nach unten und es war wohl dem Sonntag zu verdanken, dass es nicht ganz so ein Bad in der Menge wurde, wie befürchtet. 
Mir scheint, dass die Metro hier eher ein Mittelklassefortbewegungsmittel ist. Die Tucktucks sind sicher billiger. Die U-Bahn ist nicht für alle. Die U-Bahn ist ein Vorzeigeprojekt, sie strahlt und prahlt mit Burger King und Barista. Sie spuckte uns schließlich am Connaught Place aus: das Auge des Säulengangsturms in Britischer Architektur der 1930er Jahre. 
Die Briten haben die Hauptstadt ja 1911 von Calcutta nach Neu Delhi verlegt, weil sich die Aufstände gegen die Briten in Calcutta mehrten. Drum - zack - Bedeutungsentzug. 

In den Säulengängen die sich zwiebelschalenmäßig um den Platz bilden, reiht sich Geschäft an Geschäft, Lokal an Lokal und wir landen schließlich in einem, das mir nicht nur das erste Mango Lassi der Reise bescheren wird, sondern auch ein Gerichte-Gedicht. 
Ich las Bisi Belle Hulli Anna und war schon zufrieden. Ich wusste, dass ich dieses Lautgedicht essen musste. Bisi Belle Hulli Anna - was soll ein Spoken-Word-Freund dazu noch sagen außer: Mahlzeit!

Bisi Belle Hulli Anna bestand aus dem Gemüsesüppchen im Schälchen, das als Dip für die Dosas und Reisbällchen oder eben auch einfach als Süppchen vorab dient - ich löffelte. Dann war da noch ein Papadam, das aber Appalam genannt wurde, jedenfalls war es ein frittiertes Fladenbrot aus Bohnenmehl, dazu gab es die üblichen drei Dips mit Chili, Minze und Kokos und dann war da auch noch ein Linseneintöpflein, das es gewüzmäßig in sich hatte. Ich kann Bisi Belle Hulli Anna nur rundum loben. Ein Gerichte-Gedicht der Sonderklasse.  

Samstag, 22. November 2025

Don't carry a piece of Switzerland in India!

Ich mag Flughäfen nicht. Ja, ich verachte Flughäfen zutiefst. Das Fliegen selbst ist mir egal. Ich mach es, wenn es sein muss. In Flughäfen aber fühl ich mich keine Spur wohl. Der Flug von Kolkata nach Delhi ließ sich nicht vermeiden, der Transfer zum Flughafen war tadellos. Dann aber gab es mir der Flughafen zurück. Er mochte mich auch nicht. 
Sie haben mir mein Schweizer-First-Aid-Kit auseinander-, meinen Plastikzahnstocher genommen und das Messerchen, das Scheräle und das Teil, das ich nie zu benennen und verwenden wusste (Metallstift, Ahle?). Außerdem nervten mich Flughafenmücken. Ich wünschte mir den Hotelangestellten herbei, dessen Job es war, mit einem  Plastiktennischläger mit Stromschlagknistern Fliegen vom Frühstückbuffet fernzuhalten. Dass der Reisetag zum Vergessen sein würde, damit rechnete ich. Dass ich aber beim Security-Check auf die Seite gewunken und mein Handgepäck auseinandergenommen wurde, war erst mal nichts Besonderes. Es wurde aber dann gleich doch ein wenig ärgerlich, denn "Your Swiss First Aid Kit" von Victorinox (war mal im Goodie Bag  bei einem Empfang der Schweizer Botschaft in Wien), das mich schon auf so vielen Reisen begleitet und mit dem ich schon so viele Dinge aufgeschnitten und beschmiert hatte, ist skelettiert worden. Carry a piece of switzerland at all times! Leider nicht mehr. Kurz dachte ich daran, mir ein Trostbier zu genehmigen. Aber für 1500 Rupien, was es am verflixten Flughafen kostete, hätte ich am Tag vorher in der Calcutta-Bar 15 Kingfisher trinken können. Nein, so weit waren wir noch nicht. So viel Trost brauchte ich auch wieder nicht. Dachte ich mir. Doch dann, ich schön brav in der Warteschlange beim Boarding, wurde mein Name ausgerufen. Mein eingecheckter Koffer passte auch nicht. Das Feuerzeug musste raus. Ich unterschrieb einen Wisch und ein Uniformierter schurlte damit von dannen. Er wollte meine Telefonnummer, die wollten sich auch am Nachmittag, beim Bestellen eines Kaffees von mir, sie kriegten sie nicht, dann klickte diejenige, die mir einfach nur einen doppelten Espresso geben sollte, ewig auf ihrer Maus rum und starrte auf einen Bildschirm anstatt an der Espressomaschine zu hantieren. Vermutlich machte sie schon die Buchhaltung und Inventur, aber der Siebträger blieb unberührt. Irgendwann kam der Kaffee dann doch und irgendwann wurde mein Koffer dann doch für fliegertauglich erklärt. Vorher aber hatte ich genug Zeit, mir vorzustellen, wie Securityhände in meinem Koffer wühlten, dies und das verdächtig fanden, am Flachmann schnupperten und den Obstler dann als hochexplosiv einstuften, mich nicht minder, mich also ausrufen, festnehmen und die kommenden Stunden von einem Fachmann foltern ließen. Für was hat man denn Phantasie, wenn nicht für Horrorgeschichten zu jeder Gelegenheit. Aber nur ruhig Blut. Nix passiert. Mein The Gap Feuerzeug ist halt futsch, jetzt muss ich mit der leeren Swiss-First-Aid-Kit-Scheckkarte die Biere öffnen. Wenn es denn demnächst welche zu öffnen geben sollte. 

Dass ich im Flieger selbst in der vierten Reihe sitzen durfte, war nur kurz freudig, denn dann begann das Schnoddermonster neben mir seine Geräusche abzusondern. Noch nie musste ich so an das schöne österreichische Wort Rotzpipn denken. Dann passte der Stewardess mein Stoffbeutel am Boden auch nicht und ich wäre fast gräntig geworden. Dabei hab ich doch gar keinen Schnaps in den Flieger geschmuggelt, in dem Alkoholverbot herrscht. Hätt ich aber können, denn meine volle Wasserflasche hat mir niemand abgenommen. Ich stellte mir kurz vor, wie sie meine Vöslauerflasche aus dem Night-Jet nach Rom neulich aufschraubten, daran röchen, die Flüssigkeit als hochexplosiv einstuften und mich irgendwo zwischen Kolkata und Delhi aus dem Flieger würfen. Ich stellte mir weitere schöne Konjunktivformen vor: schrübe, blübe, flüge und ermahnte mich dann, doch die positiven Dinge des Tages hervorzuheben: Das Warten verging ganz angenehm. Der Late-Check-ot war ein Segen. Die abschließenden Spaziergänge waren fruchtlos aber immerhin kein Schaden. Ich war an der Sonne und "frischen", wenigstens nicht aircontitionierten Luft und bewegte mich. Beim Warten in der Hotellobby hielt ich der Klimaanlagenherrschaft stand. Im Taxi fiel ich in traumreiche Sekundenschläfchen. Der Karottenkuchen beim Frühstücksbuffet war auch nicht so trocken, wie er aussah. Das Feuerzeug hätte ich eh nicht gebraucht. Außerdem stank ich nach all den Tagesmühen weniger, als befürchtet. Der Kugelschreiber wurde mir nicht abgenommen, obwohl ich damit durch den Scanner ging - der zwar grün anzeigte - aber dem Scanman entging er nicht. Ich durfte ihn ablegen und wieder an mich nehmen, nachdem er mich noch mal ordentlich durchgescant hatte. Na also, war doch ein ganz schön erfolgreicher Tag. Langsam komme ich mir indisch vor. 

Ja, irgendwann bin ich dann angekommen in Delhi. Hab mir ein Nicht-Aircondition-Pre-Paid-Taxi genommen (so viel Geben und Nehmen heute:). Der Fahrer konnte die Adresse, die ich ihm zeigte, nicht lesen. Nicht weil er generell nicht lesen konnte, einfach weil er schlecht sah. Aber er fuhr gut und brachte mich sicher zur Tschechischen Botschaft. Dort sollte ich die nächsten Tage verbringen. In einem Brutalismusbau aus den 1950er Jahren, der fast als Bauhausstil durchginge aber eben nur fast. Der Blick vom Balkon aber kann sich sehen lassen, nicht nur wenn gerade Festbeleuchtung ist. 

Mittwoch, 19. November 2025

Long Night of Literatures Kolkata 2025

Es ist unmöglich, in einem Blogbeitrag festzuhalten, was man hier in fünf Minuten alles sieht. Fotos machen hilft nicht. Für Fotos hat man keine Zeit, keine Gelegenheit, wenn man von der Masse weiter geschoben wird. Oft ist es auch einfach unangebracht und wenn man sich irgendwo aufhält wo nicht Massen unterwegs sind, dann hat man da eh nichts verloren und soll besser wieder zurückkehren in den Strom, der sich was weiß ich wohin bewegt. 
Hab grad mal wagemutig mehrere sehrsehrsehr stark befahrene, mehrspurige Straßen überquert, in der Hoffnung das Gelände vom Fort William betreten zu können, das aber war militärisch abgeriegelt und streng bewacht und die martialischen, Krieg verherrlichenden und dafür werbenden Bilder, doch dem Indischen Staat als Soldat zu dienen, waren ohnehin abschreckend genug. Zu Fuß war da kaum mehr wer unterwegs, da und dort lagen schon noch Menschen und Hunde, aber als dann aus dem halbwegs Grünen plötzlich eine Müllhalde wurde, wo Menschen drinnen saßen und was weiß ich was aussortierten, war mir klar, hier habe ich nichts mehr verloren und machte wieder kehrt. 

Mein fünfter Tag in Kolkata, mutig sein ist schon okay, Übermut aber spar ich mir. Der Tag wird noch anstrengend genug. Heute geht es weiter nach Delhi. Gestern war die Lange Nacht der Literatur im Goethe Institut, das hier als Max-Mueller-Bhavan-Institut bekannt ist, was mit dem Sprach- und Religionswissenschaftler Max Mueller zu tun hat, der zwar nie in Indien gewesen ist, aber den Rigveda übersetzt und Biografien von Persönlichkeiten der Bengalischen Renaissance veröffentlicht hat. Jedenfalls wurde das mit der Langen Nacht sehr wörtlich genommen. Es waren 11 zwanzigminütige Lesesessions geplant, dazwischen sollte es zwei längere Pausen und jeweils fünfminütige Pausen zum Wechseln der Räume geben, denn alle Autor*innen haben einen Raum zugeschrieben bekommen und das Publikum war eingeteilt in Gruppen, die mit Farbpunkten von Aqua bis Mastard als Erkennungszeichen ausgestattet wurden und so von Lesestation zu Lesestation wanderten. Klingt nach einen ziemlichen Zumutung, war es auch, zumal nach den jeweiligen 20 Minuten stets eine Schar von Menschen auf einen zu kam und unterschiedlichstes wollte: vom Autogramm angefangen, über Selfies bis zum Abladen von persönlichen Geschichten und Coaching-Tipps fürs eigene Schreiben, war da alles dabei und die nächste Gruppe schwappte da schon immer teilweise in den mir zugeteilten Raum "München". Im Raum "München" hing natürlich ein für die Stadt werbendes Plakat mit vergnügten Menschen, die Bier aus Maßkrügen tranken. Es hing auch eine Deutschlandkarte und ich konnte immerhin zeigen, wo ich geboren wurde, denn Reutte war noch drauf. 
Die längeren Pausen waren im Grunde weniger Erholung, denn da drängte sich alles am Buffet, einen Rückzugsort gab es nicht. Dass ich neun Sessions durchstand, ist eigentlich ein Wunder. Bereits nach dem ersten Dreierblock gab es Meutereitendenzen, es wurde zähnerknirschend von der Leitung des Hauses immerhin auf 9 verkürzt. In der neunten Session hab ich mich irgendwann mal in einem Loop aufgehängt, will heißen: Ich war mitten im Text "Du da" und merkte plötzlich, dass ich grad die zweite Strophe anstelle der vierten wiederholte und mir dachte "Hoppala", ich skipte dann, dachte mir "Wiederholung kann nicht schaden", dachte mir "Erholung aber auch nicht", beamte mich ins Plakat der glücklich Biertrinkenden, beendete danach mein Programm und freute mich auf das Feierabendbier.

Anstelle von  Bier gab es beim Empfang danach süßen Wein. Ist ein Goethe-Institut ohne Bier bei einem offiziellen Empfang noch ein Goethe-Institut?, fragte ich mich. Indisches Essen in mich schaufelnd, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen, wurde mir berichtet, dass einige Autor*innen schon früher das Handtuch geworfen haben, manche aber standen noch wacker rum, als ich nachdem ich der Institutsleiterin ein DUM "Hagel", ein "Ganz schön frech" und ein "Zurück in die Herkunft" für die Bibliothek überreicht hatte, gegen 22:30 Uhr Richtung Calcutta-Bar (Kingfisher Bier) das Max-Goethe-Bhavan-Institut-Mueller leicht verwirrt verließ.

Ehrlicherweise muss man sagen, das Format reihte sich nahtlos ein in das Stadtgeschehen. Es war so irre, wie Kolkata ist und insofern vermutlich das für das Publikum passende. Für die Autor*innen war es natürlich nach der dirtten Session nicht wirklich mehr ein Spaß. Aber ich bin ja nicht nur zum Vergnügen hier (auch wenn der Blick aus dem Hotelzimmerfenster danach ausschaut). 

Dienstag, 18. November 2025

DUM goes Sanskrit College

Kolkata liest DUM. 
Am Montag, dem 17. November 2025 war der erste offizielle Einsatz auf meiner 
Indien-Lesereise und 13 Autor*innen aus Europa machten sich auf den Weg ins Sanskrit College. Von den 13 sind 12 im Kenilworth Hotel untergebracht und 1 im The Park. Ich bin der Eine und warte also erst mal auf den Bus mit den Kolleg*innen. Es ist Montag-Vormittag-Verkehr - ich warte lange. Das gehört alles dazu zum Gelassenwerden. Ich habe mich entschieden, das Motto: Go with the flow zu befolgen, also alles kein Grund zur Aufregung. Da hat die Schweizerin schon eher Grund, sich zu ärgern. Die hat nämlich kein Visum bekommen. Die Schweiz ist also schon mal nicht dabei. Auch Polen - aus bisher ungeklärten Gründen - nicht. Der Slowene kommt - immerhin aus guten Gründen, er hat sich auf eigene Faust auf den Weg gemacht und verbummelt - am Ende der Veranstaltung dazu, der Ukrainer und der Spanier kommen dann überhaupt erst pünktlich zum Mittagessen. Die Französin macht dann das Nachmittagsprogramm nicht mit, die Dänin nur kurz. Alles halb so schlimm. Wir sind alle erwachsen und dann beim Mittagessen doch kurz davor, zu meutern. Denn diese morgen anstehende lange Nacht der Literatur, soll wirklich lange werden. Es ist von fünfeinhalb Stunden und 11 Lesesessions von je 20 Minuten die Rede. Ich bin ja der Meinung, dass das dann eh alles ganz anders laufen wird, aber bitte. 11 mal hintereinander wäre schon irre.

Aber es ist eben das meiste irre hier. Die Studierenden beispielsweise sind irre gut vorbereitet und es werden viele Fragen und zwar an alle gestellt. Danach dann noch viel mehr Fotos und Autogramme hab ich in meinem Leben noch nie so viele gegeben wie an diesem Vormittag im Sanskrit College Klokata. Der Moderatorin hab ich dann ein DUM überreicht und sie hat es freudig vor sich her getragen. Ja es diente gar als Regenschirmersatz, denn sie fungierte auch als unsere Führerin aus dem College und zum Bus. Sie hielt also das DUM in die Höhe und alle folgten der Birne. Noch nie dürften Autor*innen aus 10 europäischen Ländern und tausende Inder*innen gleichzeitig das DUM wahrgenommen haben. Erreichen uns zum Thema "winken" Texte aus Indien. Wir wissen, wem wir es zu verdanken haben.

Hier machten wir dann Teepause. 6 Rupien im Pappbecher, 7 in one-way Tonhäferl. Es fällt einem schwer, die süßen Gefäße wegzuschmeißen, aber die sortiert dann eh wieder wer aus dem Müll und sie werden eingestampft und verwertet und irgendwo ist dann eine ganze Straße in Calcutta, in der nur diese Tonbecher hergestellt werden. Gestern war ich beispielsweise in der Brillenstraße, der Leuchtschriftenstraße, der Bandstraße (Bands für alle Anlässe), der Holzknaufgasse und und und
Wie gesagt: irre. 

  

Sonntag, 16. November 2025

Alles hupt

Hunde laufen rum und kacken. Menschen liegen rum und schlafen. Motorräder hupen, um zu überleben. Überall spielen Männer Cricket und brechen immer mal wieder in Jubel aus. Wann und warum ist mir noch nicht klar. Es riecht nach Müllplatz aus Kindheitstagen. Das wird wohl das verbrannte Plastik sein. Dazwischen fröhliche Farbtuper. Frauen in buntesten Kleidern. Die Busse laden nicht unbedingt zum Gebrauch ein, sind aber ebenfalls Farbspektakel und gleichermaßen schmuck wie antik. Die Taxis sonnige Blechboliden mit reundlichen Rundungen im Old-Timer-Style. Das The Park Hotel hingegen eine stilistische Verirrung im Meer of cool und pseudowestern. Null funktional aber in Marmor. Loungemöbel und -musik in der Lobby aber flairlos as fuck. Die Minibar schamlos teuer. Gut, dass ich Obstler importiert hab. Das Zimmer eine Kühltruhe, auch so charmant eingerichtet. Lauter Reiche hier, das spürt man. Reiche und ich. Ich reiche - aka - bin gut genug.

Auf den Straßen ein Geschiebe, Gedränge, Gehupe. Schlangen vor Lokalen und im Hotel selbst abends auch Highlife. Ich finde Zuflucht im Moulin Rouge. Das Draftbeer (230 Rupien) ist zwar warm, aber saufen will ich ja eh nicht. Im Hard Rock Café war es mir entschieden zu laut. So alt bin ich also mittlerweile. Im Moulin Rouge gibt's drinnen gemütliches Aleinunterhalter Heimorgel-Geklimper und von draußen dröhnt die Gehsteigperformance rein, Straßenmusik wäre entschieden zu wenig hoch gegriffen, denn die PA rumpelt mächtig, um mit dem Stradtgetöse mithalten zu können. Gleich zu vermuten, dass das Bier gepanscht ist, steht mir nicht zu. An den Wänden Cancan-Tänzerinnen, Gemälde von Frauen, die ihre Röcke hoch werfen. Sonst nur zwei, drei Frauen im Raum. Plastikstühle, Steinboden, in Handys-Versunkene, Männer-Pärchen, die brav trinken, ich. Gut, um runter zu kommen. Jetlegged bin ich natürlich noch, überwältigt von allem sowieso.

Der gemeinte Park ist das Maidan Gebiet. Da wuchert es wirklich dschungelmäßig, was aber niemanden davon abhält jegeliche Art von Müll von der Straße ins Grün zu kippen. Es ist ein regelrechter Walk of trash next to the park. Auf der Park-Seite ein Müllboulevard, auf der anderen Straßenseite Streetfoodstände ohne Ende. An den stark frequentierten Kreuzungen Schrankenwärter*innen für Fußgänger*innen. Überall sehr gechillte Hunde, die vorhnehmlich eingerollt in Schlaglöchern oder anderen Kuhlen ruhen. Hab noch kein Bellen gehört. Alles hupt aber nix bellt. Angst muss man weder vor Menschen noch vor Hunden haben. Vorm Verkehr empfiehlt sich Respekt, vor der Stadt auch. 

 

Donnerstag, 13. November 2025

Indienklischeeabbaustelle Fortsetzung

Was weiß ich schon von Indien? Nicht viel. Es werden 1.600 verschiedene Sprachen dort gesprochen und da sind die Dialekte noch gar nicht dabei. Es leben circa eineinhalb Milliarden Menschen dort und man kennt erstaunlich wenige davon. Das hat natürlich mit der westlichen Weltsicht zu tun, das hat aber auch damit zu tun, dass Indien zum Beispiel wenig weltweit bekannte Künstler*innen oder Sportler*innen hat. Gemessen an der Menge der Menschen, müsste es doch immer mal wieder Medaillen bei den Olympischen Spielen geben. Aber ich kann mich leider nur daran erinnern, dass da mal einer war, der im Speerwurf überraschte, gemerkt hab ich mir den Namen leider nicht und schon recherchiere ich. 

Wikipedia weiß: Neeraj Chopra (Hindi नीरज चोपड़ा Nīraj Copṛā [niːrəʤ ˈtʃoːpɽaː]; * 24. Dezember 1997 in Khandra, Haryana) ist ein indischer Leichtathlet, der sich auf den Speerwurf spezialisiert hat. Bei den Olympischen Spielen 2020 gewann er die Goldmedaille in dieser Disziplin mit einer Distanz von 87,58 m und 2023 wurde er Weltmeister. 

Und ich wusste immerhin, dass ich unter Indien, Speerwurf, Olympia nachschauen musste. Weil da was im Hinterkopf hängen geblieben ist. 2024 war es dann die Silberne und dann gab es noch ein paar Brozene für die gesamte Nation.  Aber das nächste Mal ist das Cricket olympisch und da ist natürlich mit Indien zu rechnen. 

Natürlich kenne ich Salman Rushdie. Den haben wir auf unserer Hochzeitsreise in New York (das war noch vor dem Messerangriff auf ihn), in der größten Buchhandlung der Stadt am Union Square live gesehen und das gleich am ersten Tag. Mit riesigem Polizeiaufgebot und einem souveränen Rushdie. Dass er - als er mit der Fatwa belegt wurde - eine Zeit lang von Rudolf Scholten im Waldviertel versteckt wurde, habe ich irgendwann mal mitgekriegt. Dass dort jetzt das Literaturfestival Heidenreichstein stattfindet, ist eine schöne Geschichte. Eine traurige Geschichte ist, dass ich mir als junger Student in den 1990er Jahren "Des Mauren letzter Seufzer" gekauft habe und daran gescheitert bin. Ich wollte etwas vom großen Salman Rushdie lesen und war zu klein dafür. 

Auf die Reise nehme ich aber nicht Rushdie sondern "Der Gott der kleinen Dinge" von Arundhati Roy mit.  Morgen mehr.

Montag, 10. November 2025

Reisevorbereitungen

Wie sich auf eine Indienreise vorbereiten? Da gibt es natürlich die unterschiedlichsten Zugänge und Arten. Am frühesten hatte ich mich mit den Vorbereitungsimpfungen auseinander zu setzen. Typhus, Tollwut, Dengue Fieber, Polio, Keuchhusten, Tetanus, Hepatitis wird aufgefrischt und der FSME-Schutz passt noch. Der September 2025 ist mein Impfmonat, die Tollwut ist dreistufig und hat es ganz schön in sich. Ich unterschätze das beim ersten und zweiten Mal und bin danach tagelang ein Impfzombie. Nein, dieses Wort wollen wir nicht etablieren. Mich praggte es nicht grad um, aber es beutelt mich schon ordentlich her, einmal verlier ich sogar meine Stimme und muss mit einem Reststimmchen auftreten. Aber alles besser als Tollwut. Die Impfungen kosten mich vermutlich mehr als die ganze Reise. Aber daran soll man nicht denken. Das ist Vorbereitung und dient generell der Gesundheit. Damit ist man körperlich für Indien gerüstet. Gegen Durchfall gibt es Kohletabletten und gegen nicht aufhören wollenden Durchfall gibt es Imodium. Ich werde wohl doch eine Flasche Schnpas mitnehmen und immer direkt desinfizieren, was ich zu mir nehme. Peel it, cook it or leav it - heißt es bekanntlich. Ob sich immer alles schälen lässt, bezweifle ich. Schnaps wird mir beistehen. Soviel zum gesunheitlichen körperlicher Art. 

Den Geist muss man natürlich auch auf diese Reise vorbereiten. Es fragen einen ja nicht wenige, ob man Erleuchtung sucht. Such ich nicht. Der Geist lässt sich lesend, Filme schauend und bei der Indischen Botschaft auf die Ausstellung eines Visums wartend vorbereiten. Im Grunde geht es mehr um Gelassenheit. Mit Gelassenheit lässt sich vermutlich auch Durchfall besser vertragen. Gelassenheit jedenfalls übt man ab besten in der Indischen Botschaft in Wien, Opernring. Nein, online lässt sich da nichts machen. Es ist zwar viel online zu machen, dann auszudrucken und mitzubringen, aber ein Online-Visum, nein, nein, nein. Das mit der Digital-Nation mag auf eine Region irgendwo in Indien (wo ist das Silicon-Valley Indiens?) zutreffen. Hier wird noch mit Papier gearbeitet und erstmal an der Ausfüllmaske auf der Homepage verzweifeln, denn die stürzt gerne ab, während man noch überlegt, wo die eigene Mutter geboren wurde. Ja, es wird allerhand abgefragt. Das geht schon ganz schön in die Tiefe. Ab dem zweiten Mal kennt man Leute, die demnächst auch nach Indien wollen. Manche haben es schon ziemlich eilig, die Beamten nicht. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus, was beim jeweiligen Antrag fehlte. Sehr sympathisch eigentlich, müsste man nicht ein drittes Mal Antanzen, bis dann alles passt. Aber Indien braucht, wie die Eintrittskarte für das Land, Geduld. 

Wenn jemand mit dem Pass und einem auf das richtige Datum ausgestellten Visum den Büroraum verlässt applaudieren die anderen Leidgeplagten. So schnell entsteht eine Schicksalsgemeinschaft.  Davon liest man in den "Gebrauchsanweisungen für Indien" nichts, das erzählt einem auch kein Mensch, der schon in Indien war, da sind dann doch andere Dinge eindrücklicher und wichtiger - das ist nur zu verständlich und ich freu mich auch schon drauf. Um meine drei Wochen dort dann bestens auskosten zu können, mache ich diese Vorarbeit hier. Die Vorbereitungen festhalten, die Reiseeindrücke dann auch. Es soll ein Davor, ein Danach und das Dazwischenhauptbild entstehen. Ich bin bereit. Morgen mehr.

Sonntag, 9. November 2025

Indienklischeeabbaustelle

Was weiß ich schon von Indien? Nichts. Fast nichts. Nichts als Klischees. Gut, in die Schlagzeilen geriet Indien im Sommer hierzulande durch den Ausspruch Rajiv Bajaj, Chef des KTM-Miteigentümers Bajaj Auto, im indischen Fernsehen. "Die europäische Produktion ist tot", sagte er und sorgte damit natürlich für Beunruhigung. 
KTM hatte bei mir lange einen hohen Stellenwert. Ich spielte gerne Quartett und beim Motorrad-Quartett gab es eine KTM-Moto-Cross, die ziemlich gut war, fast so gut wie Heinz Kinigadner, der war Tiroler und erfolgreicher KTM-Moto-Cross-Fahrer und was wünschte sich mein Kleinkind-Ich: ja, eine Mini-Moto-Cross. Was hatte ich? Ein Vollgummifahrrad mit Stützrädern aber immerhin im Moto-Cross-Style. Den entsprechenden Sound hatte ich selbst zu machen: Mööh, mööh, mööh, mmemmem, möh... Bald schon konnten die Stützräder entfernt werden, ich wurde waghalsiger und der vorläufige Höhepunkt der Waghalsigkeit war, dass ich mich vom großen Bruder mit dem Puch MV50 Moped (und einem daran und an meinem Lenker befestigten Abschleppseil) ziehen ließ, jedoch recht bald die Kontrolle über mein Gefährt verlor, das ich jedoch nicht auslassen wollte und so halt in Western-Manier über den geschotterten Parkplatz gezogen wurde. Immerhin eine bleibende Erfahrung, die schmerzte so wie vermutlich KTM-Arbeiter*innen die Aussage von Bajaj schmerzte. Weil wenn die europäische Produktion tot ist, ist auch Mattighofen tot und so endgültig mehr Museum als Produktionsstätte. 

Das mit dem hohen Stellenwert von KTM hat sich freilich rasch geändert. Der Tiefpunkt war die KTM-Motohall, die als Museum eingestuft und aus dem Kulturbudget finanziert wurde, letztlich aber nichts anderes ist als ein Stefan-Pierer-Mausoleum, halt ein mit öffentlichen Geldern aufgestelltes. Landeshauptmann Thomas Stelzer freilich sah das anders: „Die KTM Motohall zeigt in Oberösterreich ein Projekt von Weltformat. Was KTM hier hinsichtlich Emotionen und Engagement leistet, ist sehr beeindruckend. Zu spüren, wie motivierte Mitarbeiter hier Möglichkeiten wahrnehmen und gemeinsam mit KTM als Leitbetrieb einen Teil der Erfolgsgeschichte des Landes Oberösterreich mitgestalten, ist beeindruckend und motivierend – ich gratuliere KTM zur Umsetzung der KTM Motohall.“

Ich gratuliere dem Herrn Landeshauptmann zu diesem Statement. Was Stelzer zum Ausspruch Bajajs zu sagen hatte? Ich weiß es nichtIch weiß so vieles nicht und sehr wenig von Indien, werde aber in fünf Tagen eben dorthin aufbrechen. Damit ich also möglichst offen für die konkreten Indien-Erfahrungen bin, versuche ich hier im Vorfeld abzulegen, was mich an Indien-Klischees und -Bildern vorbelastet. 
Was ich erst durch das Schreiben dieses Beitrags und dem damit verbundenen Rumgoogeln erfahren habe ist, dass Bajajs  Großvater ein Adoptivsohn des indischen Staatsgründers Mahatma Gandhi war, dass er aus altem, indischem Industrieadel stammt und dass die Fünf-Millionen-Einwohner-Stadt Pune der Standort der KTM-Fertigung in Indien ist. Ob ich dort vorbei komme? Wir werden sehen. Morgen mehr. 

Dienstag, 4. November 2025

Parkhäuser und Eisdielen in Slamnitz

Chemnitz ist Kulturhauptstadt und Chemnitz war Slamnitz, war eine Woche lang auch die Poetry-Slam-Metropole, denn die deutschsprachige Slam-Szene kürte wieder mal ihre Meisterin. Gratulation Ayşe Irem (damit ist sie erst die dritte Siegerin in der Geschichte der deutschsprachigen Meister*innenschaften). An sich wollte ich ja gar nicht mit dabei sein, aber weil die Krankheitswelle so grassierte und die Plätze für Österreich ja seit Jahren hart umkämpft sind, sprang ich (nicht nur ich auch Mieze Medusa) ein, nahm den Zug und acht Stunden später war ich schon in Chemnitz, wo mir der Wind um die Ohren pfiff (was die umstehenden Windräder rechtfertigt). 

In Chemnistz selbst fielen mir - neben den Plattenbauten und der mir ja sympathischen Brutalismus-Architektur - vor allem die Menge an Eissalons und Parkhäusern auf. Parkhäuser kenn ich nur noch aus Kindheitstagen, da wünschte sich mein Kleinkind-Ich ein Parkhaus mit integrierter Tankstelle, um mit den Autos aus und ein zu fahren, zu tanken und sie auch mit dem Aufzug raufzukurbeln. Arg. Wie wir mit dem Autospielen auf eine Autozukunft vorbereitet wurden. 

Bei uns verschwinden Autos in Städten ja zunehmend in Tiefgaragen, in Chemnitz ist noch Platz genug. Da gibt es selbst im Zentrum, in der Altstadt mehrere Parkhäuser. Gehörten alle gesprengt, meine Meinung. Oder zumindest mit Kunst verschönert. Ein bisschen was war ja zu sehen von der Kulturhauptstadt. Vieles aber versteckte sich in Garagen. #3000Garagen - unter diesem Label firmierte das Hauptprojekt im Rahmen der Kulturhauptstadt. Die Garage - da wo sich Auto, Hobby und Menschen trafen und weitgehend unkontrolliert machen konnten, was sonst nicht möglich war in der DDR. 

Zeit für eine Garagentour hatte ich nicht, mich verblüffte die Anzahl der Eissalons, Eisdielen, Eis-Cafés, der Irgendwas-mit-Eis-Spots die auch Eispol heißen konnten, aber wohl Wärme und Wohlsein suggerieren sollten. Diese Eis-Hot-Spots waren auch gut besucht und die Chemnitzer*innen schaufelten ganze Kübel in sich rein. Es muss wohl ein Mittel sein, sich die Stadt schön zu eisessen. 

Die Fabrikshallen von einst sind jetzt alle Ausstellungsräume, Veranstaltungs-Locations oder umgebaute Wohnungen. Das schaut ganz schön toll aus und erinnert auch an die Industrie-Vergangenheit. Chemnitz war das Manchester Sachsens. Wie geht man mit einem derartigen Erbe um? Versucht man das Birmingham Sachsens zu werden? Jaja, Transformationsprozesse machen Menschen und Städte durch, die Sprache sowieso. Ich wollte einen Turnbeutel mit Kulturhauptstadt-Logo kaufen und musste erfahren, dass das eine Gym-Tasche wäre. Nicht das aber der Preise schreckte mich ab. Ich investierte lieber in Kulturbier (aber auch nicht sehr viel). Die Nase rann mehr, als dass ich Bier die Kehle runter rinnen lassen konnte. Eine Erkältung meldete sich an obwohl ich weder den Eispol noch sonst eine Gelateria aufsuchte. 

Der bunte Schlot, der von Weitem zu sehen ist, dürfte wohl zum Markenzeichen der Stadt werden. Wenn er ein Produkt der Kulturhauptstadt ist - gut. Wenn er schon länger steht - umso besser. Der Kurztrip nach Chemitz war eine runde Sache. Dass Lia Hartl - die frische Ö-Slam-Siegerin - auch dritte der deutschsprachigen Poetry Slam Meister*innenschaften wurde, war natürlich der Sahnegupf des Aufenthalts.   

Ein Nachtrag, um zu demonstrieren, was ich von KI halte. Der Prompt "Slam 25 Siegerin" wurde von KI wie folgt beantwortet:  
Die Siegerin des Poetry Slam 25 gibt es nicht mehr, da "Slam 25" wahrscheinlich eine falsche Jahreszahl war . Die deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft fand 2025 nicht statt, da sie erst im November 2025 stattfand und Ayşe Irem die Siegerin war, oder der Wettbewerb wurde unter einem anderen Namen ausgetragen.
 
Warum sich auf den Scheiß verlassen?!

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Slam the Cello

Die letzte Woche hatte ich richtiges Boy-Group-Tour-Feeling. Mit dem Programm "Slam the Cello - Rock the Poetry" war ich mit Cemplified und dem Beatboxer Samuel Plieger unterwegs (mit Zug und Schienenersatzverkehr) und wir spielten zwei speziell an den Nationalfeiertag angepasste Shows im Alten Kino Landeck (dort wurde auch das tolle Foto als Plakatsujet verwendet, vielen Dank!) und im Treibhaus in Innsbruck. 

Cemplified besteht aus den zwei Cellisten Julian Walkner und Peter Pölzer. Sie präsentierten nebenbei ihre neue CD tungsten wound und sie spielen eigene Nummern und interpretieren Hard-Rock-Klassiker und andere Ohrwürmer. Wir machten vier Nummern gemeinsam, sie vier solo, ich vier solo und drei Nummern gingen gemeinsam mit dem Beatbox-Star über die Bühne. Der Treibhaus Turm war voll und wir alle voll und ganz zufrieden. Mögen weitere gemeinsame Auftrittsmomente entstehen!