Donnerstag, 15. Februar 2018
StaTTschreiber Porträt auf WT1
Hätte ich nicht die eine oder andere Nacht im Hotel verbracht, ich wüsste nicht, dass es ein Wels TV gibt.
WT1 wusste aber, dass es mich gibt und hat ein supernettes Porträt gestaltet. Das es hier zu sehen gibt: https://www.wt1.at/programm/28-09-2017/episode/portrait-stattschreiber-markus-koehle
Vielen Dank Sophie Hochhauser!
Freitag, 12. Januar 2018
Winterfrische
Mittwoch, 3. Januar 2018
Jahresrückblick - Lesungen II
| Slam, Oida Präsentation im Stifterhaus Linz mit Sevi und Sarah-Anna (Foto: Dominika Meindl) |
Ich las für den Buchclub, für den Club 41, für den Treffpunkt Mensch & Arbeit, für die BuchZeit im Puchberg, ich las auf einem Geburtstagsfest im Traunzeit, auf einem Weihnachtsmarkt in der Alten Rahmenfabrik und im Kornspeicher für die Menschen, ich lieferte einen Beitrag bei der Eröffnung des YOUKI-Festivals und nahm dreimal am Welser Poetry Slam teil, ich gab Workshops für angehende BibliothekarInnen, für HAK SchülerInnen und für ApothekerInnen in spe in der Berufsschule, ich schrieb Kolumnen für die Oberösterreichischen Nachrichten und ließ mir ein Zusatzprojekt mit dem Titel „Winterwortsport“ einfallen, das am 25. Jänner 2018 im MKH Wels präsentiert wird.
Aber am Allerschönsten waren natürlich Anfang und Schluss. Antrittslesung und Verabschiedung. Leider hab ich gar kein Foto von der StaTTschreiber Antrittslesung in Wels am 10. September im Hotel Hausner (Bitte um Zusendung! Danke.) Die Verabschiedung mit Kaffee, Kekse, Köhle Mieze Medusa und Peter Clar sowie DJ Fasthuber wurde dann am 10. Dezember im großen Schl8hof Backstageraum abgewickelt. Ach, schön war's.
Besonders schön war natürlich auch die „Slam, Oida!“ Präsentation in der Wagner'schen (mit Special Guest Christoph Simon und den Innsbrucker Slammer_innen Käthl, Rebecca Heinrich, Stefan Abermann, Martin Fritz und Markus Koschuh) am 30. Oktober als zweiter Termin des von Robert Renk initierten Köhle-Dripple-Features im Herbst in Innsbruck (Teil 1 mit Klaus Zeyringer und Antonio Fian in der Stadtbibliothek, Teil 3 mit Mieze Medusa im Literaturhaus am Inn).
Dieser Paarlauf am 14. Dezember war dann auch der Saisonschluss. Mieze Medusa las aus „Meine Fußpflegerin stellt Fragen an das Universum“ und „Alles außer grau“, ich aus „Kuh, Löwels, Mangoldhamster“, „Wonnebrand“ und „Jammern auf hohem Niveau“ und zum Schluss durfte ich mich dann auch noch in DJ Knut verwandeln. Ein würdiger Abschluss!
Weitere Leseorte 2017 (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
In Wien und Umgebung:
Schule für Dichtung, Café Anno, 7stern, Uni, Alte Schmiede, Brunnenpassage, Spektakel, Café Oben, Wien Museum, Literaturbuffet Lhotzky, Seeseiten Buchandlung, Literaturhaus, Drahtwarenhandlung, Buch im Beisl, BuchWien; 40er Hof Langenlois, Tischlerei Melk;
In Graz und Umgebung:
Kultum Graz, Literaturhaus Graz, Brücke Graz, CCW Stainach, Kunsthaus Muerz;
In Tirol und Vorarlberg:
Bäckerei Innsbruck, Stromboli Hall; poolbar Feldkirch, Stadtbibliothek Bregenz;
In Wels Umgebung:
Salonschiff Fräulein Florentine Linz; Ottensheim;
Und außerhalb Österreichs:
Österreich Bibliothek Tiflis, Herder Zentrum Danzig, Sommerakademie Zakynthos;
Dienstag, 2. Januar 2018
Jahresrückblick - Lesungen
2017 war ein lesetechnisch äußerst erfolg- und abwechslungsreiches Jahr. Die Bücher „Jammern auf hohem Niveau“, „Slam, Oida!“ (mit Mieze Medusa) und „Wonnenbrand“ (mit Peter Clar) und die dreimonatige Zeit als StaTTschreiber in Wels bescherten mir zahlreiche Auftritte mit unterschiedlichem Programm. Einige besondere Abende der ersten Jahreshälfte seien hier noch einmal in Erinnerung gerufen.
„Literatur um 8. Zu zweit durchs Lesen“ mit Gerhard Benigni und musikalischer Begleitung von der Alphornmusi aus'm Katschtal im Parkhotel Villach am 8. Frebruar. Mit 2 Alphörnern auf der Bühne – der Wahnsinn! Und zwei Tage später beim Konzertanz im vierundeinzig in Innsbruck dann gleich mit einem ganzen Steichorchester und Tänzer_innen – noch mehr Wahnsinn!
„Literatur um 8. Zu zweit durchs Lesen“ mit Gerhard Benigni und musikalischer Begleitung von der Alphornmusi aus'm Katschtal im Parkhotel Villach am 8. Frebruar. Mit 2 Alphörnern auf der Bühne – der Wahnsinn! Und zwei Tage später beim Konzertanz im vierundeinzig in Innsbruck dann gleich mit einem ganzen Steichorchester und Tänzer_innen – noch mehr Wahnsinn!
Mit Mieze Medusa gab es im vergangenen Jahr zahlreiche besondere Auftritte. Hervorhebenswert, weil auch mit Kurzurlaub verbunden, war die Performance im Literatur- und Wohlfühlhotel Wasnerin in Bad Aussee am „Tu felix Austria“ Wochenende am 20. Mai (und Armin Thurnher am 21. Mai).
Besonders herzlich war der „DUM im Wiederlesen“ Abend am 15. Juni in Imst. Das DUM-Team rückt vollzählig aus (Wolfgang Kühn, Martin Heidl und Markus Köhle), um einen Jubiläumsabend in der sympathischen Buchhandlung in Imst zu bestreiten. Annemarie Regensburger und Kyn moderierten, Angelika Polak-Pollhammer, ChristiAna Pucher, Ingeborg Schmid-Mummert und der Wortvertreter a. D. lasen und sehr viele DUMs wurden verkauft.
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| Oberndorf hat sein Dorfjubiläum gefeiert und uns in die VS-Aula geladen (Danke Jochen Burger) |
Montag, 1. Januar 2018
Jahresrückblick: Roman Empfehlungen
Für eine Weihnachtsgeschenke-Empfehlungsliste ist es zu spät. Aber wenn noch wer was Umtauschen oder einfach Neukaufen will. Hier meine Lieblings-Romane 2017. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel. Franzobel nimmt einen spannenden, historischen aber hochaktuellen Stoff in die Hand und bearbeitet ihn auf seine Weise. Da kann er all seine Qualitäten ausspielen. Da geht sein Sprachreichtum auf. Da darf barock gewuchert werden. Da hat sich einer freigeschrieben und eine eigenwillige Erzählform und Metaphernsprache gefunden, um diesen Stoff zugänglich zu machen.
Die Überraschung des Jahres war für mich der polnische Autor Ziemowit Szczerek. Das Buch hat mich vom Titel und von der Covergestaltung her angesprochen. Ich mag die Sonar-Serie bei Voland & Quist. Aber dass „Mordor kommt und frisst uns auf“ mich dermaßen überzeugen würde, dachte ich nicht. Bitter böse. Politisch. Dreckig. Alte Beat-Poeten-Schule und doch neu. Ein Roadmovie-Roman in den wilden Osten. Eine Ukraine-Erkundung eines Polen, der diesen dort demonstrativ raushängen lässt. Geografie, Geschichte, Getränke. Ein süffiges Stück Literatur eines Autors, dessen Namen man sich schwer merken kann, den man sich aber merken sollte.
Wer mehr über Russland und seine verworrene Geschichte erfahren möchte, der darf gerne zu „Die Welt des Herrn Bickford“ von Andrej Kurkow greifen. Da macht sich wer mit einem Tornister auf den Weg quer durch das Land und zieht eine Zündschnur hinter sich her. Skurril, witzig, toternst und erhellend.
Ein Sprung zur Supermacht auf der anderen Seite des Pazifiks sei an dieser Stelle gemacht und John Wrays „Lowboy“ nahegelegt. „Der Retter der Welt“ heißt dieser Roman in der deutschen Übersetzung. Wray ist ja halb Amerikaner und halb Kärntner und dass er auch auf deutsch schreiben kann, hat er beim diesjährigen Bachmannpreis-Lesen bewiesen. Lowboy ist bereits 2009 erschienen, bildete seit 2010 einen Fundamentbaustein meines Noch-zu-lesen-Büchertrums und hatt mich gleich in seinen Bann gezogen. Es geht in den Untergrund, in die New Yorker U-Bahn und tief in die Psyche des Helden Will Heller.
Ganz und gar nicht schlecht auch:
„Der Fisch in der Streichholzschachtel“ von Martin Amanshauser. Kreuzfahrt. Piraten. Zeitlöcher. Beziehungsgeplänkel und viel Meer.
„Ein weißes Feld“ von Lucas Cejpek. Ein Mann sieht weiß und macht das zum Konzept, das aufgeht, einleuchtet und fasziniert.
„Kraft“ von Jonas Lüscher. Nach „Frühling der Barbaren“ mit Engländern und einem Schweizer in Tunesien und der totalen Kapitalismus-Katastrophe geht es jetzt ins Silicon Valley, zu einem Wettbewerb „Weshalb alles, was ist, gut ist und wie wir es dennoch verbessern können“. Rhetorikprofessor Kraft setzt alles auf eine Karte und wir schauen ihm schaudern und belustigt dabei zu.
Eine Klassiker-Lücke habe ich dieses Jahr auch endlich gefüllt und zwar mit großer Begeisterung:
„Die größere Hoffnung“ von Ilse Aichinger ist bereits 1948 erschienen und scheint mir eines der stärksten Bücher über den Krieg und seine Folgen. Ihrer Zeit weit voraus findet Aichinger eine poetische Sprache und dekonstruiert Formen und Muster lange bevor dies zum State of the art wurde. Grandios!
Lyrikbände, Literaturzeitschriften, Essays und Bücher mit Bildern oder so hab ich natürlich auch brav gelesen. Vielleicht demnächst (oder im nächsten Jahr) mehr darüber.
Samstag, 2. Dezember 2017
Über Danksagungen und Erinnerungswürdiges
Kalender ist ein Wort ohne Verb- und Adjektivform. Daran kann ich auch nichts kaländern. Adventskalender ist ein Wort, bei dem man sich nie ganz sicher ist, ob man nicht doch Adventkalender schreibt. Wikipaedia behauptet, in Österreich täte man Letzteres.
Jedenfalls ist morgen das erste Türl zu öffnen. Deshalb hier mein ganz persönlicher Wels-Adventkalender. Mit 24 Dingen, die ich vermissen beziehungsweise an die ich mich gerne erinnern werde. Die Reihenfolge ist keine Wertung. Meine Erinnerung ist nicht qualitativ strukturiert, ich versuche es chronologisch anzugehen. Generell gilt: Ich bedanke mich bei allen, die das Projekt „StaTTschreiberIn Wels 2017“ möglich gemacht haben.
Das sind natürlich die Unterstützerinnen und Unterstützer der Crowd-Funding-Initiative von pro.viele. Das sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kulturplattform pro.viele. Das ist der Schl8hof, der mir einen Büroplatz zur Verfügung stellte. Das ist die Bikerei, die mir pro Monat ein Fahrrad einer anderen Generation zur Verfügung stellte. Das ist das Black Horse Inn, das mich als Kneipen- und Schlafgänger aufnahm. Das ist Sonis Extrazimmer das mich stets mit Kaffee und Kuchen aufpäppelte. Das ist das MKH-Team, das sich für mein „Sommerfrische-Herbstzeitloser-Projekt“ interessierte. Das ist das Team der OÖ-Wels, das mich behutsam an die Deadline erinnerte. Das ist meine Betreuerin die im Laufe der Zeit immer mehr zur Agentin wurde. Das sind alle Welserinnen und Welser, denen ich begegnet bin und denen ich das eine oder andere abgelauscht habe. Vielen Dank, dass ihr mich erduldet habt. Hier meine 24 Wels-Erinnerungsmoment-Türln:
24 Türln reichen nicht. Es braucht einen Nachschlag. Zum Beispiel am Samstag, den 2. Dezember um 18 Uhr in der Alten Rahmenfabrik. Da gibt es „Punschpoesie“. Es braucht einen Abschluss. Zum Beispiel am Sonntag, den 10. Dezember um 15 Uhr im Schl8hof. Da gibt es „Kaffee, Kekes, Köhle“ und einige Überraschungen. Ich freu mich auf euch!
Montag, 20. November 2017
Wels dackelt
Der November macht es einem vorübergehenden Teilzeitflaneur ja schwer. Nebel. Niesel. Nass. Dabei bewegte ich mich doch so gerne durch die Gassen und Plätze und schaute der Erbauung von Weihnachtswunderwelten zu. Am Stadtplatz beispielsweise ist grad der größte Dackel Europas aufgestellt worden. Alles scheint im Zeichen des Dackels zu stehen. Selbst in den Auslagen wird gedackelt auf Teufel komm raus. In der Landesregierung wird gedeckelt, in Wels wird gedackelt.
Dass dem Dackel in Wels gehuldigt wird, finde ich sehr löblich. Der Dackel ist ein gemächliches, sehr österreichisches Tier. Dackel gibt's von schwarz über schokoladenbraun, creme, loh, blau bis zu rot. Dackel sind stur, verspielt, hingebungsvoll, tapfer und klug. Dackel sind keine Sauhunde. Dackel sind Dachshunde und beliebte Familienbegleithunde. Dackel haben, wie Lügen, kurze Beine aber große Ohren. Der Dackel ist der Afrikanische Elefant unter den Hunden. Nicht wegen des Rüssels, nicht wegen der Statur, bloß wegen der Ohren.
Des Pudels Kern der Dackelapotheose muss ein politischer sein. Es herrscht Sehnsucht nach einem Heilsbringer. Sein Kommen wird freudig erwartet. Es wird begleitet von Phrasen, die wie Glühweinschwaden das Land überziehen. Allein: er wird Kürzungen bringen und ein böses Erwachen.
Dass dem Dackel in Wels gehuldigt wird, finde ich sehr löblich. Der Dackel ist ein gemächliches, sehr österreichisches Tier. Dackel gibt's von schwarz über schokoladenbraun, creme, loh, blau bis zu rot. Dackel sind stur, verspielt, hingebungsvoll, tapfer und klug. Dackel sind keine Sauhunde. Dackel sind Dachshunde und beliebte Familienbegleithunde. Dackel haben, wie Lügen, kurze Beine aber große Ohren. Der Dackel ist der Afrikanische Elefant unter den Hunden. Nicht wegen des Rüssels, nicht wegen der Statur, bloß wegen der Ohren.
Des Pudels Kern der Dackelapotheose muss ein politischer sein. Es herrscht Sehnsucht nach einem Heilsbringer. Sein Kommen wird freudig erwartet. Es wird begleitet von Phrasen, die wie Glühweinschwaden das Land überziehen. Allein: er wird Kürzungen bringen und ein böses Erwachen.
Mittwoch, 15. November 2017
Über Kulturarbeit und Firmenpolitik
Dass es
in den nächsten zwei Jahren wieder von der Stadt finanzierte
StadtschreiberInnen geben werde, ist mir zu Ohren gekommen. Weil man
selbst bestimmen wolle, wer über Wels schreibe, lautete der
Nachsatz. Das werte ich als Kompliment gleichermaßen wie als
Drohung. Einerseits also: Auftrag erfüllt. Andererseits: Was heißt
hier selbst bestimmen?
Die
Auswahl obliegt hoffentlich einer Jury, die nicht willkürlich von
höchster Stelle bestimmt wird, sondern von fachkundigen Menschen aus
der Szene. Bisher war es so, dass der oder die StadtschreiberIn des
aktuellen Jahres im Folgejahr in der Jury saß. Ich gehe davon aus,
dass das auch für den StaTTschreiber gilt und freue mich jetzt schon
auf die Tätigkeit.
Ich
freue mich ja auf und über so Vieles: auf weitere Kinoabende im MKH
und Konzerte im Schl8hof; auf das YOUKI Festival; auf den
Weihnachtsmarkt in der Alten Rahmenfabrik; auf heiße Debatten an
diversen Theken und heiße Aufgüsse in der Welldorado-Sauna. Ich
freue mich über eine extrem rührige Kulturszene mit vielen
ehrenamtlich tätigen Menschen, die zum Beispiel zum Gelingen des in
seiner Weise einzigartigen Music Unlimited Festivals beitragen, die
es herzlich, familiär und nicht rein kommerziell machen (was auch
auf das Projekt StaTTschreiberin zutrifft). Ich freue mich auf ein
weiteres spannendes und abwechslungsreiches Monat in Wels.
Aber ich
ärger mich auch über allerhand. Dass die Stadt wie eine Firma zu
führen wäre, ist mir zu Ohren gekommen. Das geht doch so nicht!
Eine Stadt ist kein Betrieb. Eine Stadt ist ein vielfältiges
soziales Gefüge. In einer Stadt kann es nicht nur um Produktion,
Leistung und Profitoptimierung gehen. Der Profit, die Lebensqualität
einer Stadt lässt sich nicht in Zahlen messen. Eine Stadt ist reich,
wenn sie reich an Vielfalt ist.
Eine
Firma ist gewinnorientiert. Eine Stadt sollte Gemeinwohlziele haben.
Ist Wirtschaftlichkeit das Um und Auf, kommen immer die Minderheiten
unter die Räder. Geht es um Kommerzialität, wird Nischenkultur vom
Mainstream platt gemacht. Es soll Kultur für alle Welser gemacht
werden, ist mir zu Ohren gekommen. Soeben wurde der „Schelmenrat zu
Wels“ gegründet. Soll sein. Fasching ist Volkskultur. Fasching ist
bunt aber keine Kunst. Kultur und Macht spießen sich. Kultur hat
man, Kultur pflegt man, Kultur baut man auf. Wer an Kultur
marktwirtschaftliche Maßstäbe anlegt, der ist der Meinung, Kultur
lässt sich kaufen. Wer an Kultur marktwirtschaftliche Maßstäbe
anlegt, der spricht von Massenkultur, von Kultur in Messehallen.
Masse ist immer gefährlich, ich sag nur Massentierhaltung. Im
Kleinteiligen gedeiht die Qualität. Die Macht der Masse hat eine
eigene, unberechenbare Dynamik.
Weder
die Macht der Masse, noch zu viel Macht für einen Einzelnen sind für
das Gemeinwohl förderlich. Demokratische Institutionen haben ihren
Sinn. Politik ist nicht gleich Wirtschaft. Der Chef einer Firma
schaut darauf, dass es seinen MitarbeiterInnen gut geht und wer nicht
für ihn arbeitet, der arbeitet gegen ihn und wer gegen ihn
arbeitet, wird über kurz oder lang abgebaut. Deshalb darf
Firmenpolitik nie Stadtpolitik werden.
Montag, 13. November 2017
Sturmmaskenmodels
Gemeinsam
gegen Dämmerungseinbruch, lese ich und denke mir: Schau, da macht
wer was gegen die Zeitumstellung. Dann korrigier ich mich, weil da
„Dämmerungseinbrüche“ steht und dann erst geht mir das Licht
auf.
Hier geht es nicht um das Zwielicht, die Sonnenuntergangs- und
Abendanbrechstimmung. Hier geht es um nichts alltäglich
Romantisches. Hier geht es um ein strafbares Delikt, nicht um
Einbruch der Dämmerung also, sondern um Einbruch bei Dämmerung.
Jetzt erst sehe ich das Symbolfoto: Sturmmaske, Türsicherungskette,
Brecheisen. Ob es, so wie es Fuß- und Handmodels gibt – auch
Sturmmaskenmodels gibt, frage ich mich augenblicklich. Und apropos
Augen: Die Sturmmaskenmodels müssen dann wohl besonders böse Augen
und bedrohliche Augenbrauen haben. Gibt es sicher: Symbolfotomodels
mit entsprechenden körperlichen Besonderheiten.
Für
mich ist das ja ein Delikt an der Sprache. Ein unschuldiges, schönes
Wort wie Dämmerungseinbruch derartig mit krimineller, negativer
Bedeutung aufzuladen. Dem muss entgegengewirkt werden und sei es auch
nur dadurch, dass es heute, hier aufgezeigt wird.
Mittwoch, 8. November 2017
WELS - Akrostichon
WELS Akrostichon Teil 2 (Teil 1 nur live zu hören:)
Wieso Eigentlich Lesen Sollen?
Wer erntet Lorbeeren? Sportler!
Warum etwas lernen sollen?
Weil Engel Lesende schützen?
Weil es leidlich sediert?
Wieso etwas lesen sollen?
Weil es lohnt, schlussendlich
Wer ertwas liest, sieht
Wesentliches, entdeckt latent Signifikantes
Wer etwas liest, sinniert
Weitet engstirnige, lahme Sichtweisen
Wer etwas liest, superlativiert
Wuchert euphorisch, liefert Singuläres
Wer etwas liest, sagt:
Wisse: Einfälle lieben Spontaneität
Wisse: Erkenntnisse lösen Sorgen
Wieso etwas lesen sollen?
Wieso Eigentlich Lesen Sollen?
Wer erntet Lorbeeren? Sportler!
Warum etwas lernen sollen?
Weil Engel Lesende schützen?
Weil es leidlich sediert?
Wieso etwas lesen sollen?
Weil es lohnt, schlussendlich
Wesentliches, entdeckt latent Signifikantes
Wer etwas liest, sinniert
Weitet engstirnige, lahme Sichtweisen
Wer etwas liest, superlativiert
Wuchert euphorisch, liefert Singuläres
Wer etwas liest, sagt:
Wisse: Einfälle lieben Spontaneität
Wisse: Erkenntnisse lösen Sorgen
Wieso etwas lesen sollen?
Weil es Leben/Lieben/Lachen stimuliert
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