Donnerstag, 3. März 2011

Gedankensplitternackt

Huckepack mit Zankapfel und Ei gen Hut geschustert, kann es auch nicht sein? Eher dermaleinst eine Ausgusswiese instand halten und drauflos trichtern, das Hirnsegel setzen und den Gedankenanker lichten, die Neuronennetze einfahren und die geistigen Windungen gerade biegen. So kann man arbeiten, obschon wie immer gilt: Wehret der Arbeit!

Dafür bin ich da. Darum schreib ich Kram, 100 % gramfrei und haltlos.
Schulterzupackeseleien eines Unsinnsenthusiasten, Grafiespasmen und Grammatikanomalien, Quasselquisquilien und Allotria aller Art, kalkulierter Unfug mit Recht und Linksdrall, Radau- und Softpöbelpoetologie, Dampfgarnix und Mikrowellenkammgratwanderungen im Schatten der Dichtung mit Senfbeilagscheiben und rotzfrechfreier Ansprüchlichkeit. Garantiert allürenfrei und für niemanden unumgänglich! Den Ausschankbereiten vorgebechert und aufgethekt nebst Zuckerstreuer und Stuhlbeinfreiheit, um mal zum Standpaukenpunkt zu kommen und von dort dann auf Fortgang zu hoffen (und alles Weitere natürlich offen).
Damm angebohrt, Schreibe leckt, jetzt bloß nicht stöpseln, sondern weitermachen (morgen). Guten Tag!

Zitat des Tages: „Die Moral ist das Rückgrat der Schwachsinnigen.“ Francis Picabia

Montag, 21. Februar 2011

Der Rossschwan im Mondschwein


Ein Rossschwan mit Lederkleid trifft eine Plundertasche mit Hopfenfüllung. Der Rossschwan schlägt vor, etwas Winken zu gehen. Die Plundertasche mit Bierhang von Haus aus geht davon aus, dass der Rossschwan nicht so leicht unter gehen würde und betrachtet es als Würdensbürde das hohe edle Getier zum Stunk einzuladen, um sich eventuell danach bei einem gemeinsamen Mondschweinspatzenfang zu vergnügen und sich mit der gegenseitigen Existenz zu begnügen.

Seien wir ehrlich, die Plundertasche will dem Rossschwan ans Gefieder, der aber entpuppt sich als trinkfest und bieder und will nichts wissen von käsen, kosen, küssen und Kissenschlachten. Kann und will und mag nicht schmachten. Der Rossschwan laboriert nämlich an einem Schweißheißdrang und sucht nur etwas Ablenkung, keine Streichkäseinheiten und Zärtlichkeitsschenkung.

Die Plundertasche versucht es mit der Becircmasche und schmiert Honig um des Rossschwans Schnabelmaul, was dem alten Vogelgaul zwar schmeckt, doch als er die Bienenernte in sich schleckt, meldet sich sofort der heiße, schwitzige Drang und lässt den Rossschwan aufschreien und auffahren. Das Mondschwein fällt vor Schreck fast vom Firmament, die Plundertasche gibt sich vollends enthemmt, das Mondschwein quiekte laut in die Nacht, ein Quieken, das auch im Rossschwan Lust entfacht.

Das Mondschwein sorgt für romantisches Licht, die kleine Plundertasche erreicht des Rossschwans Schnabelmaul nicht. Doch davon lassen sie sich nicht irritieren, Liebe macht schlau, also hopphopp improvisieren. Mit verführerischem Ton hebt die Süßspeise an: „Die große Qualität von Plundertaschen, man kann uns rückstandslos vernaschen!“ Worauf der Rossschwan meint: „Na dann…“ und so schnappt die Liebesfalle zu, ein Biss und danach ist für immer Plundertaschenruh!

Abschließend lassen wir den Schweißheißdrang etwas Bekanntliches sagen: Tja, Liebe geht durch den Magen!

Montag, 14. Februar 2011

Drei Tage Slam


Ein Tourtagebuch

Lag lang wach. Kam spät raus. Fuhr falsch los. Kam spät an. War gleich dran. Recht viel los. Kam gut an. Trank dann was. War sehr fit. Trank dann mehr. Hatte Lust. Hatte Spaß. Hatte Rausch.

Taxi zur Pense. Minibar leer. Fernsehn im Bett. Lag dann lang wach. Schlief dann doch ein. Kam dann spät raus. Fuhr dann falsch los. Kam dann spät an. War dann gleich dran. War nicht viel los. Ich kam auch nicht an. Ich trank dann mal was. Ich fühlte mich fit. Trank daher mehr. Nicht etwa aus Lust. Auch nicht zum Spaß. Nur wegen des Rausches. Um dann gut zu ratzen.

Mit Taxi zur Pense. Mit Bier dann ins Bett. Gleich weggepennt. Bett vollgesaut. Super geschlafen. Frühstück versäumt. Mittags dann Schnitzel. Nachmittags Strudel. Abends wohl Spritzer. Im Glas und im Bett.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Dienstag, 8. Februar 2011

Eiltick


Über „Gehen mit Kant“ hätte ich schreiben sollen. Gehen mit Kant! Gehen mit Thomas Bernhard, Paul Auster oder Friederike Mayröcker. Ja, durchaus. Aber „Gehen mit Kant“. Nein, dazu fiel mir nichts ein, ich ließ es sein. Aber jetzt, Monate später, Chance vorbei, Honorar vertan, jetzt wüsste ich natürlich wie. Gehen mit Kant? Nichts einfacher als das.

I can't go. Damit würde ich beginnen und dann der fiktiven Eingabe freien Lauf lassen. I can't go. Ich kann nicht gehen. Nein, nein, kann ich nicht, kann ich nicht. Beine, Füße alles tip-top und da. Aber gehen... Nein, gehen, geht nicht. Ich kann nur laufen. Und der Unterschied zwischen gehen und laufen ist ja sporttechnisch klar definiert. Gehen, man kennt das ja. Ein Fuß muss immer den Boden berühren. Aber diese Bodenverhaftung ist nicht mein Ding. Ich bin eher der abgehobene Typ.

Ich laufe. Ich laufe gegen Dinge. Ich laufe gegen Dinge an. Ich laufe gegen die Welt an. Aber die Uhren gehen deshalb trotzdem nicht anders. Ich kann stehen, das ja, für eine kurze Zeit, aber dann muss ich immer gleich wieder hasten, eilen, laufen. Das mag einigen als der Zeit durchaus angemessene Eigenschaft erscheinen und tatsächlich: In vielen Belangen kommt mir meine Fähigkeit beziehungsweise mein Tick auch entgegen. Aber es gibt naturgemäß auch Situationen, in denen man sich durch eiliges Verhalten automatisch verdächtig macht. In gewissen Umgebungen erwartet man sich gemächliches Schreiten, bedächtiges Wandeln oder gesetztes Stelzen. Alles nichts für mich. I can't go.

Montag, 7. Februar 2011

Berlin ich komme!


Im neuen Jahr ist dieser Blog ja bisher ziemlich brach gelegen. ABER: Das wird sich bald wieder ändern. Ich verbringe den ganzen März in Berlin und habe jede Menge Zeit, den DUM-Blog wieder ordentlich mit Texten und Fotos zu füttern. Los zu werden hab ich auch jetzt schon allerhand Angelesenes.

Jean Ziegler hält es mit Karl Kraus: Ich schieße oft über das Ziel hinaus, doch selten daneben. Außerdem mit Victor Hugo: Ich hasse alle Kirchen, ich liebe alle Menschen, ich glaube an Gott.

Ansonsten verwendet er Worte ganz gern wie Waffen: Alle fünf Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind. Jeder sechste Mensch ist permanent unterernährt. Die Staats-Chefs der Euro-Zone haben das Budget des Welternährungsprogramms der Uno um die Hälfte reduziert, von sechs auf drei Milliarden. Im World Food Report wird erklärt, dass wir mit unserer Landwirtschaft zwölf Milliarden Menschen normal ernähren könnten. Es gibt keinen objektiven Mangel. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet. Treffend allemal.

Freitag, 24. Dezember 2010

Präfixe auf Shoppingtour


Eine Konsumgeschichte.

Ver, Un und Um treffen sich im Super, um Eigenschaften einzu. Die Stimmung ist. Alle drei erwarten sich. Ver findet ein Wirsch. Das passt ihr aber nicht. Um zieht das Wirsch auch an. Es schaut ganz gut aus, zwackt aber ein bisschen. Passt also doch nicht ganz. Un ist eine Nummer kleiner und schnappt sich das Teil. Unwirsch, da ist die Latte natürlich hoch gelegt. Ver schmollt und Um grantelt. Unwirsch ist eine Wucht und wirft das gefundene Gänglich zurück auf den Wühl. Ver sah damit nach Begräbnis aus und Um zu farblos brav. Um wollte was leicht Schrobenes, Ver was schwer Sägliches. Da erblickt Um ein Rückt. Das zieht sie magisch an, aber schließt sie mit ihrer Form dann doch aus. Um nicht ganz eigenschaftslos bleiben zu müssen, schlägt Ver zu, tretet das zurückgehaltene Wolkt an Um ab, und drückt damit dem Ereignis einen Stempel auf.
Unwirsch Umwolkt Verrückt und alle gehen zufrieden nach.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Himmelstreppe mit Abschussrampe

Was haben Termiten und Nacktmulle gemein?

Sie leben in Staaten.
Was haben Biber und Quallen gemein?
Sie leben in Kolonien.
Was haben Fruchtschelfen und Furchtschleifen gemeinsam?
Alles, bis auf ein i.
Was bleibt der Poesie, wenn man ihr das i abzieht?
Die Pose.
Und was ist das Gegenteil von Pose?
Authentizität.
Und das Gegenteil von guter Poesie?
Poserpoesie.
Pseudopoesiebezugszeugs nervt schlicht gehörig. Das ist bloß Wohlstandszank mit Schlaglichtern auf Betroffenmach-Schicksalen. Gefälliger Betonschwund einerseits und überaffektiertes Hysteriegehabe andererseits aber nichts Wahres nur kalkuliert Konstruiertes. Argumentative Dichtung ist Teerpappe! Zähe, schwarze, klebrige Dichtmasse. Eine reine Oberflächenerscheinung, nichts wesentlich Innerliches.
Was ist wesentlich? Was innerlich?

Blendbäume

Der Fetzenfisch tarnt sich gut, er schmückt sich mit langen, grüngelben Anhängseln die ausschauen wie Algen. Der Fetzenfisch ist ein wandelnder, ein schwimmender, ein tauchender Weihnachtsbaum und Weihnachten eine tickende Stimmungsbombe. Der Bomberwurm wiederum zündet eine grüne, biochemische Blendgranate, wenn er in Bedrängnis gerät. Was macht man als Familienmitglied in Weihnachtsfeiertagsbedrängnis? Sich mit Alkohol gefügig. Anders gesagt: Man bemüht sich um einen ordentlichen Fetzen. Man versucht eher ein Chamäleon als ein Vogel zu sein. Der Blaufußtölpel wiederum ist ein Vogel, der mit seinen leuchtenden Füßen zu überzeugen sucht. Eine schwierige Position, das hat jedes Familienmitglied für sich selbst zu entscheiden: Entweder untergehen oder auffallen und apropos Untergehen, Fetzen und Wasser: Beim Waterboarding wird Ertrinken simuliert. Fetzen übers Gesicht: Wasser auf Mund und Nase. Familientreffen müssen keine Folter sein, sind aber oft nicht sehr weit entfernt davon. Sie haben vieles gemein.


Freitag, 17. Dezember 2010

Herzauflauf

Wirf den Schluchzkraftverstärker an, mach das Traurigkeitsdoping klar. Mir ist nach metamelancholischen, ironieverbrämten Heulevozierungsflausen.

Na das kann ja was werden.
Was heißt was werden? Wir sind. Du bist, ich bin. Du bist mein Weichziel.
Was soll denn das heißen? Dass du dich gut, weich angreifst oder dass du gut ausweichst, wenn ich dich angreifen will? Ist ein Weichziel etwa eine dialektische Angelegenheit?
Beziehungszeugs ist immer höchst diffizil und dialektisch.
Öha. Ob mir das nicht zu viel schwierige d-Wörter sind?
Nur nicht defätistisch werden mein Dusseldäumling. Rück mal raus mit einem flotten Kompliment, ruck zuck.
Ähm... Du bist der Saum meiner verwahrlosten Gefühlsböschung.
Gefühlsböschung? Böschung klingt nach Wildwuchs und ich soll dich maßregeln? Geht’s nicht vielleicht etwas lieblicher?
Du mein von Wicken umranktes Blütenblätterhaupt reckst mir doldendrall deinen Bestäubstempel entgegen.
Geht’s nicht vielleicht etwas weniger lustgesteuert? Die Gegenwart erlaubt uns die Lustprinzipsteuerung, das ja. Aber ästhetische Grundprinzipien dürfen darob nicht den Bach runter gehen.
Jetzt sei doch nicht gleich so barsch.
Hamletbarsche können das Geschlecht wechseln und es mal so mal anders treiben.
Das klingt interessant.
Interessant ist auch Tatsumi Hijikata Lebensmotto, das da lautet: „Ich bin noch nicht geboren geworden.“
Für dieses Zitat gibt’s jetzt 'n Orden.