Montag, 21. September 2026

Rumänienreise die Zweite

Hier heißen Haltestellen Penny und Lidl. Hier fahren Busse nach Hornbach. Italien hat sich mit Küche, Kaffee und Bier festgesetzt. Da und dort noch Julius Meinl Reste. Raiffeisen, Sparkasse und dm aber sind groß da. Kein Wunder, dass das Image der Italiener besser ist. 
Noroc in der 3-Liter-Plastikflasche. Bier in solchen Gebinden gibt es sicher auch anderswo. Mir fällt es halt hier auf. Weil der vor mir in der Warteschlange zwei in seinem Körberl hat. Ich frag mich, ob eine 3-Liter-Flasche überhaupt in den Pfandautomaten reinpasst. Wäre schade drum, ist viel Plastik. Touristengruppe schieben sich durch die Fußgängerzone, aber nichts gegen das Geschiebe beim Frühstücksbuffet. Mit Tablett wie in der Mensa steh ich auch dort in der Schlange. Hier gibt es sie noch, die Julius-Meinl-Rechtshänder*innen-Tassen, die Untertassen aber wurden wegrationalisiert. Die werden wohl zu Souvenirs verarbeitet restpektive upgecyclet. Was gleich bleibt: Die Leute schaufeln Rühreiberge in sich, das mir schaudert.

Was mache ich hier? Ich besuche das Brukenthal Gymnasium.


Eine ehrwürdige Schule mitten im Zentrum. Ein beeindruckendes Barockpalais direkt neben der großen evangelischen Kirche. Die Schule knarzt. Es gibt eine Lehrer*innen und eine Schüler*innen-Treppe. Die Lehrerin selbst gendert nicht, gleichwohl fast nur Mädchen in ihrer Klasse sind. Auf den Stufen schönes, altes Holz, in den oberen Gängen altes, durchgenudeltes Parkett überzogen mit Linoleum. Im Parterre Pflastersteine. Im Weltkrieg war das nämlich ein Lazarett, da fuhren die Karren rein. Da gibt es auch noch eine Pferdetränke und daneben ist jetzt die Wasserflaschenzapfstelle für die Schüler*innen. Es sind nicht alle Lehrer*innen deutschsprachig (40/60). Das Regiment ist streng. Es gibt einen selbst gebastelten Handysteckkasten beim Eingang. Tafel und Kreide haben hier noch Stellenwert, strenge Erziehung und Frontalunterricht sowieso. Als Kurzzeit-Workshop-Leiter kommt mir das natürlich zugute.  

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